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2. Oktober 2015
Feuerwehrsystem in Goslar in Gefahr?

Der Ausfall des Lehrbetriebs an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz bringt die Feuerwehren in eine prekäre Lage. Foto: Anke Donner
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Goslar. Die Einstellung des Lehrbetriebes, die von der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz NABK vorgenommen wurde, um Flüchtlingen eine Unterkunft bieten zu können, hat weitreichende Folgen für die Feuerwehren aller Landkreise, so auch in Goslar. 

Erst kürzlich fiel die Entscheidung des Innenministers Pistorius, den Lehrgangsbetrieb der NABK einzustellen, um Flüchtlingen eine Notunterkunft zu bieten. Auf Anfrage von regionalgoslar.de, wie die Feuerwehren des Landkreises Goslar die Situation einschätzen, zeigte sich Goslars Kreisbrandmeister Uwe Borsutzky alles andere als erfreut. „Wie sagte der Bundespräsident zur Bewältigung des unnachlässigen Zustroms von Flüchtlingen und deren Unterbringung und Versorgung? „Es müssen unpopuläre Entscheidungen getroffen werden“. Dieses ist sicherlich so eine Entscheidung, die das Land Niedersachsen getroffen hat. Die Feuerwehren stehen an der Seite der Flüchtlinge und haben auch durch ihre soziale Einstellung Verständnis für die schwierige Situation. Was das Schließen der Schulen für Auswirkungen auf die Ausbildung der Feuerwehren im Landkreis Goslar hat, lasse ich gerade ermitteln. Schon seit zwei Jahren beklagen die Feuerwehren die Quantität und Qualität der Ausbildung beim Land Niedersachsen. In zahlreichen Gesprächen mit Landtagsabgeordneten und politischen Gremien hat man aber keine für die Feuerwehren zufrieden stellende Lösungen gefunden“, so Borsutzky gegenüber regionalGoslar.de.

Folgen nicht absehbar

„Ich gehe davon aus, dass es gerade im Bereich der Führungskräfte auch im Nachgang, bei Normalisierung der Flüchtlingssituation und wieder Aufnahme des Lehrbetriebes, zu einer Problematik kommt die noch nicht wirklich absehbar ist. Dies hängt natürlich auch deutlich von der Dauer der Schließung ab. Man muss davon ausgehen, dass nicht mehr alle Führungspositionen mit den vorgeschriebenen ausgebildeten Personal besetzt werden können. Dies ist für die Verantwortlichen in den Ortsfeuerwehren, insbesondere rechtlich, eine sehr schwierige Situation. Sicherlich wird sich dieses Defizit auf die Qualität der Arbeit und damit auch auf die Sicherheit der ehrenamtlichen Kräfte auswirken“, erklärt der Kreisbrandmeister weiter.

Was sagt das Innenministerium dazu?

Auf Anfrage von regionalHeute.de teilte der Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport, Philipp Wedelich, mit, dass die derzeitige Situation keinen anderen Ausweg mehr zugelassen habe. „Wir haben Verständnis für den Frust der Feuerwehr und der harte Einschnitt hat auch uns wehgetan. Dennoch gab es keine Alternative, wir brauchten kurzfristig Platz“, heißt es von Philipp Wedelich. Pro Tag müsse das Land Niedersachsen laut Aussagen des Pressesprechers etwa 1.000 neue Flüchtlinge aufnehmen. Hierzu habe man nicht die ausreichenden Kapazitäten, sodass die Errichtung von Notunterkünften an den zwei Standorten des NABK in Celle und Loy als notwendig erschien. Man sei bemüht, die Situation schnell in den Griff zu bekommen und gehe dabei eher von Wochen als von Monaten aus, ehe die prekäre Lage bewältigt ist, so Philipp Wedelich.

Probleme nicht mit Problemen lösen

„Bei allem Verständnis für die schwierige Situation ist der einfachste Weg nicht immer der Beste. Und Probleme löst man nicht mit Problemen.Bleibt zu hoffen, dass die Entscheidung des Landes keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Feuerwehren und dem damit verbundenen Brandschutz- und Hilfeleistungssystem haben wird“, schließt Uwe Borsutzky.


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