Kinokritik: Suburbicon

10. November 2017
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Suburbicon ist eine Kömdie, Tragödie und Drama zugleich. Gut tut das dem Film aber nicht. Foto: Frederick Becker
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Goslar. Im Cineplex ist am gestrigen Donnerstag die Drama-Satire Suburbicon angelaufen. George Clooney ist der Regisseur und hat sich eines dreißig Jahre alten Drehbuchs der Coen Brüder angenommen (Big Lebowsky, Fargo).

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Clooney hat das Drehbuch in Teilen abgeändert und ergänzt. Und so entsteht ein Film mit einem Coen-Teil und einem Clooney-Teil, der am Ende wirkt wie der weniger coole kleine Cousin von Fargo. 

Suburbicon ist eine steril-idyllische Siedlung im Amerika der späten 1950er Jahre, bewohnt von ausschließlich weißen Mittelstandsfamilien. Man hält sich für vielfältig, weil die weißen Familien aus ganz Nordamerika stammen. Am Tag, als eine schwarze Familie, die Meyers, in die Nachbarschaft zieht, macht sich Unbehagen breit, das im Laufe der Geschichte in einer rassistischen Zerstörungsorgie mündet. Das ist der Clooney-Part.

Der Nachbar der Meyers, Gardner Lodge (Matt Damon), ist ein typischer amerikanischer Vorstadt Biedermann der 1950er Jahre. Als der Mob vor dem Nachbarhaus wütet, zieht Lodge die Vorhänge zu, denn er selbst hat einen perfiden Plan, der seinen Anfang mit einem Überfall in seinem gemütliches Heim nimmt. Lodges Ehefrau überlebt das Verbrechen nicht. Von da an gehts für Lodge bergab. Und während sich die weißen Suburbicon-Bewohner in ihren Hass auf die schwarzen Neu-Nachbarn hineinsteigern, greift auch Lodge, zusammen mit der Zwillingsschwester seiner Frau, zu immer rücksichtsloseren Mitteln um zu erreichen, was er für „zum Besten der Familie“ für richtig hält. Und kein Versicherungsdetektiv darf ihm dabei im Wege stehen. 

Unsere Bewertung:

Der Film weist die typischen Coen-Motive auf: Charaktere verstricken sich in egoistische Machenschaften und scheitern an ihrer eigenen Gier. Das zu sehen macht Spaß, man kennt es aber schon aus den original Coen-Filmen. Nur kunstfertiger inszeniert.

Die Story mit der Gewalt gegen die neuen schwarze Familie kann man als gut gemeintes Anti-Rassismus-Statement verstehen, aber um spannend oder bewegend zu sein, hätte sie schlicht mehr Raum innerhalb der Geschichte bekommen müssen. So ergreift der Film zwar Partei für die Opfer des Rassimus, will sich aber nicht näher mit ihnen beschäftigen. 

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