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Kinokritik zu „Your Name“: Eine schicksalhafte Reise zum Ich

14. Januar 2018
"Your Name" entwickelte sich zum erfolgreichsten Anime aller Zeiten. regionalHeute.de hat ihn sich angeschaut. Fotos/Kritik/Podcast: Marian Hackert
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Wolfenbüttel. Mit dem japanischen Animationsfilm "Your Name" hat das CineStar Wolfenbüttel den erfolgreichsten Anime aller Zeiten im Programm. Ob er diesen Titel zurecht trägt oder nicht, erklärt regionalHeute.de in der Kinokritik.

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Mitsuha lebt gemeinsam mit ihrer kleinen Schwester Yotsuha bei ihrer Großmutter in einer ländlichen Kleinstadt Japans. Insgeheim beklagt sie ihr abgeschiedenes Dasein in der Provinz und wünscht sich ein aufregendes Leben in der Großstadt. Taki würde sich freuen, so beschaulich aufzuwachsen, denn er wohnt in der Millionen-Metropole Tokio, verbringt viel Zeit mit seinen Freunden und jobbt neben der Schule in einem italienischen Restaurant.

Eines Tages scheint Mitsuha einen Traum zu haben, in dem sie sich als Junge in Tokio wiederfindet. Parallel macht Taki eine ähnliche Erfahrung: Er findet sich als Mädchen in einer Kleinstadt in den Bergen wieder, wo er noch nie zuvor war. Doch wie kommt es zu dieser schicksalhaften Verstrickung und welches Geheimnis verbirgt sich wirklich hinter den Träumen der beiden Teenager?

Große Detailverliebtheit in stimmigen Bildern

Wer ohne Erwartungen beziehungsweise Vorkenntnisse in den Film geht, wird zunächst von der brillanten Animation überrascht sein. Anders als viele seiner Kollegen setzt Macher Makoto Shinkai auf handgemalte Bilder. Und eben auch diese Handwerkskunst macht „Your Name“ zu einem gewissen Grad aus. So lässt Shinkai der Story genug Zeit zur Entfaltung. Das kann für manchen Zuschauer auch schonmal ermüdend wirken.

Jan Gafke gab dem Film eine eher durchschnittliche Bewertung.

Wer sich darauf einlässt, wird viele kleine liebevolle Details entdecken. Vor allem die Zimmer von Mitsuha und Taki beherbergen Dinge, die jeder Zuschauer wahrscheinlich selbst im Haus hat oder hatte. Doch auch die Natur kommt nicht zu kurz. Die kleine Stadt Itomori, an einem malerischen See gelegen, bietet einen Einblick in das ländliche Japan und orientiert sich dabei an realen Schauplätzen. Ebenso natürlich Taki´s Heimat Tokio. Die Millionenstadt und der stetige Trubel werden perfekt eingefangen und wirken jederzeit stimmig.

Auf der Suche nach der eigenen Identität

Während „Chihiros Reise ins Zauberland“ von Großmeister Hayao Miyazaki in Japan weiterhin der erfolgreichste Anime bleibt, hat es „Your Name“ zum weltweit erfolgreichsten Anime aller Zeiten geschafft. Dies dürfte jedoch weniger mit der Detailverliebtheit der Zeichner zusammenhängen als vielmehr mit dem universellen Thema des Films.

Kinobesucher Domenic Glett zeigte sich von japanischen Kassenschlager begeistert.

Letztlich befinden sich Mitsuha und Taki auf der Suche nach der eigenen Identität. Dass sie dabei in den Körper (die Seele) des Anderen schlüpfen, passiert ohne weitere Erklärung. Die braucht es an dieser Stelle auch nicht. Jeder Zuschauer wird an einem bestimmten Punkt seines Lebens schon einmal auf der Suche nach sich selbst gewesen sein. Dass es dabei jedoch nicht bleibt und auch das individuelle und kollektive Schicksal eine gewichtige Rolle spielt, wird im Laufe der Zeit immer ersichtlicher. Was das Ganze mit einem Kometen zu tun hat und wie das Schicksal von Mitsuha und Taki zusammenhängt, soll an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten werden.

Fazit

Für Anime-Fans ist „Your Name“ wahrscheinlich ohnehin ein Pflichttermin. Doch auch Kinofreunde, denen das Genre gänzlich unbekannt ist, werden an dem Film gefallen finden. Zwar fehlt es an einigen Stellen an Dynamik und auch die Suche der beiden Hauptprotagonisten nach dem jeweiligen Gegenüber bleibt einige Erklärungen schuldig, dass ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Macher Makoto Shinkai ein eindrucksvolles Werk gelungen ist, welches man so schnell nicht vergisst. Gefühlskino ohne Kitsch, das mehrere Genres gekonnt miteinander verbindet und sich mit existenziellen Fragen des Lebens auseinandersetzt – sehenswert!

4 von 5 regionalHeute.de-Punkten

Das sagen die Kinobesucher:

Den erfolgreichsten Anime aller Zeiten zeigt das CineStar nur noch am heutigen Sonntag, dafür gleich zwei Mal: Um 17 Uhr in der deutschen Synchronisation und um 20 Uhr in der japanischen Originalversion mit deutschen Untertiteln.

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