Kohleausstieg: „Meilenstein für sauberes Braunschweig“

15. November 2017
BS Energy will den Kohleausstieg voran treiben. Foto: Archiv/Alexander Dontscheff
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Braunschweig. In seiner Sitzung am Dienstag hat der Aufsichtsrat von BS Energy die Kohleausstiegsstrategie des Unternehmens begrüßt. Damit ist das Ende der Kohleverbrennung in Braunschweig absehbar. Die möglichen Varianten für eine zukünftige Energieerzeugung werden nun bis zur Entscheidungsreife vorbereitet. Das teilt BS Energy per Pressemitteilung mit.

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Ulrich Markurth, Aufsichtsratsvorsitzender von BS Energy, befürwortet den Vorschlag des Unternehmens: „Der Ausstieg aus der Kohle ist ein wichtiger Meilenstein für ein sauberes Braunschweig. Die Energieerzeugung soll in unserer Stadt klimafreundlicher werden.“ Vorausgegangen war die Zustimmung des Rats, die Konzessionen für Fernwärme und Wasser bis zum 30. Juni 2018 erneut an BS Energy zu vergeben (regionalHeute.de berichtete).

176 Millionen Euro werden investiert

Als Wegbereiter einer flexiblen, ökologischen und bezahlbaren Energieversorgung in Braunschweig wird BS Energy seine Erzeugung bis Ende 2022 weitgehend erneuern und hierfür bis zu 176 Millionen Euro investieren. Den Ausgangspunkt bilden das bereits bestehende Fernwärmenetz sowie die moderne, flexible Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD) und die Wärmespeicher im Heizkraftwerk Mitte an der Hamburger Straße. Das Braunschweiger Fernwärme-Netz ist eines der dichtesten in Deutschland. BS Energy strebt an, dieses weiter auszubauen, um noch mehr Braunschweigerinnen und Braunschweiger mit Wärme zu versorgen.

„Zum Braunschweiger Fernwärmenetz mit seinem sternförmigen Aufbau passt eine zentrale Erzeugung am besten“, erklärt Paul Anfang, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von BS Energy. „Unsere flexiblen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, mit denen wir gleichzeitig Wärme und Strom produzieren können, sind perfekte Partner für andere Erneuerbare-Energien-Anlagen, wie Windkraft- und Photovoltaik – besonders wenn die Sonne nicht scheint und kein Wind weht, aber der Verbrauch hoch ist. Gleichzeitig sind wir in der Lage, die Wärme in großen Tanks zu speichern und genau dann abzugeben, wenn die Braunschweigerinnen und Braunschweiger sie brauchen. Und wenn Strom aus erneuerbaren Energien im Überschuss vorhanden ist, werden wir zukünftig aus diesem in einem Elektro-Heizkessel auch Wärme erzeugen können.“

Drei Wärmequellen werden geprüft

Als Ersatz für das Kohlekraftwerk werden drei Wärmequellen in verschiedenen Kombinationen geprüft, um die Fernwärme noch klimafreundlicher zu machen: Ein neues Biomasse-Heizkraftwerk auf Basis von Altholz, der Bau einer Abwärmeleitung zur Nutzung von Abwärme aus der Stahlproduktion in Salzgitter und der Bau eines Gasturbinen-Heizkraftwerkes. Alle Optionen haben gemein, dass die Emissionen von Kohlendioxid (CO2), Stickstoffoxiden (NOX) und Schwefeloxiden (SOX) deutlich sinken.

„Für BS Energy ist die schrittweise Dekarbonisierung der Erzeugung die wichtigste klimapolitische Entscheidung der letzten Jahrzehnte“, sagt BS Energy-Vorstandsvorsitzender Julien Mounier. Die drei Varianten werden nun bis zur Entscheidungsreife gebracht. Die Entscheidung für eine Variante muss 2018 durch die zuständigen Gremien von BS Energy getroffen werden, damit die Erzeugungsanlagen Ende 2022 ans Netz gehen können. Im direkten Anschluss werden dann die Altanlagen Stück für Stück stillgelegt.

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