Sonderführung durch die Ausstellung „Kleine artige Kupfer“

17. April 2018
Lady Diana Beauclerc, gestochen von Francesco Bartolozzi, in: Bürger, Leonora, London 1796. Foto: HAB
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Wolfenbüttel. In einer Sonderführung am Freitag, 20. April 2018 um 15 Uhr geht Sandro Jung, Kurator der Ausstellung „Kleine artige Kupfer. Buchillustration im 18. Jahrhundert“ und Stipendiat der Herzog August Bibliothek, auf die deutsche Illustrationskunst ein. Er setzt diese in Verbindung mit Ausgaben von Dichtung und Romanen aus England und Frankreich.

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Die Ausstellung widmet sich der literarischen Buchillustration im 18. Jahrhundert, einer Blütezeit innovativer Buchgestaltung. In dieser Zeit erschienen, verglichen mit früheren Jahrhunderten, eine bedeutend größere Anzahl von Ausgaben literarischer Texte deutscher und ausländischer Literatur, die mit Kupfern ausgestattet wurden. In einer vorher nicht vorhandenen Artenvielfalt machten sie textuelle Momente »sichtbar«.

Aufgezeigt wird die Bedeutung von literarischen Buchillustrationen als vermarktungs- und rezeptionsfördernde Medien, die den Text verbildlichen, indem ausgesuchte Textstellen, Szenen und Charaktere visuell dargestellt werden. Als verdeutlichende Beispiele dienen sowohl internationale Bestseller (wie zum Beispiel Daniel Defoes Robinson Crusoe, James Thomsons Jahreszeiten und Salomon Gessners Idyllen und Der Tod Abels) als auch populäre Texte und deren illustrierte Ausgaben im deutschsprachigen Raum des 18. Jahrhunderts.

Buchillustrationen ermöglichten dem Bürgertum und der sozialen Oberschicht, aber auch Kindern, eine intermediale Leseweise von literarischen Texten, bei der die Kupfer als integrale Elemente des Textverständnisses konzipiert waren. So waren Illustrationen zwar als verschönernde, artige Zusätze des Buchschmucks gedacht. Ihre paratextuelle Funktion umfasste jedoch auch ein interpretatorisches Verhältnis mit dem Text, das als Teil des Leseprozesses entschlüsselt werden musste.

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