Stadt plant Ankaufprogramm für Wohnimmobilien in Watenstedt

11. Januar 2018 von
Karte: maps4news.com/©HERE
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Salzgitter. Mit einem Ankaufprogramm für Wohnimmobilien will die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben den "städtebaulichen Missstand im Stadtteil Salzgitter-Watenstedt" beseitigen. Das Programm soll sich auf einen Zeitraum von bis zu 13 Jahren erstrecken. Für die Durchführung will die Stadt eine Million Euro jährlich zur Verfügung stellen.

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Am kommenden Freitag soll sich der Wirtschafts- und Steuerungsausschusses in seiner Sitzung mit dem Thema beschäftigen.

„Der Stadtteil SZ-Watenstedt ist durch ungünstige städtebauliche und immissionsschutzrechtliche Rahmenbedingungen geprägt. Diese besonderen Umfeldbedingungen haben die Wohnsituation seit Bestehen der (Schwer-)Industrie beeinträchtigt und in der Folge zu teilweise wenig attraktiven baulichen Entwicklungen und sozialen Problemen geführt. Zur einvernehmlichen Lösung des Konflikts zwischen Bewohnern des Stadtteils SZ-Watenstedt und den großindustriellen Interessen hat die Stadt Salzgitter bereits im Jahr 1998 eine Überplanung des Gebietes und Ausweisung als Gewerbegebiet vorgenommen“, beschreibt die Stadtverwaltung die aktuelle Situation des industriell geprägten Stadtteils. Dies habe zur Folge gehabt, dass seitdem eine Nutzung als Wohngebiet nicht zulässig sei. Zwar bestehe für die vorhandene Wohnnutzung ein erweiterter Bestandsschutz der Erweiterungen, Nutzungsänderungen und Erneuerungen erlaube, die Entstehung zusätzlicher Wohnungen sei jedoch nicht erlaubt.

Missstand in Watenbüttel beseitigen

Ziel des Ankaufprogramms für bislang für Wohnzwecke genutzte Grundstücke sei es, die durch die Entwicklung entstandenen „städtebaulichen Missstand“ in Watenbüttel zu beseitigen und den Grundstückseigentümern vor Ort die Möglichkeit zu bieten, ihre aufgrund des festgesetzten Bebauungsplans nur eingeschränkt nutzbaren Wohnimmobilien an die Stadt zu veräußern, beschreibt die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage die Hintergründe des Programms. Bereits im vergangenem Jahr habe man zum Ausdruck gebracht, dass die Umsiedlung Watenstedts im Interesse der Grundstückseigentümer und Bewohner eine wichtige gesamtstädtische Aufgabe sei, heiß es weiter in der Vorlage. Eine zentrale Erkenntnis aus den bisherigen Bemühungen sei aber auch, dass bislang insbesondere eine Finanzierung dieses Vorhabens an dessen Komplexität und des daraus resultierenden Gesamtfinanzierungsvolumens gescheitert sei.

Nun soll aber möglichst zeitnah mit dem Projekt begonnen werden, so die Pläne der Stadt. Zur Umsetzung habe man ein Modell entwickelt, das sich an den Zielsetzungen der Bewohner orientieren – soll und die sind aus Sicht der Stadtverwaltung sehr unterschiedlich: Während manche Bewohner den Ort möglichst sofort verlassen möchten und bei dem Vertrag maximalen Ertrag und möglichst unbürokratische Abwicklung des Verkaufs erzielen möchten, stehe für Alteingesessene die Selbstbestimmung beim Verlassen des Ortes im Fokus. 

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