Stadtbezirksrat entscheidet über neue „Stolpersteine“

17. April 2018 von
"Stolpersteine" am Kohlmarkt. Mit den im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Foto: Archiv/Anke Donner
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Braunschweig. Der Stadtbezirksrat Innenstadt entscheidet in seiner Sitzung am heutigen Dienstag über die Verlegung von fünf neuen "Stolpersteinen" des Künstlers Gunter Demnig im öffentlichen Straßenraum. Erinnert werden soll an die jüdische Familie Loewenthal, die am Löwenwall 23 (heute: John-F.-Kennedy-Platz 5) gewohnt hatte.

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Die Recherche erfolgte durch Schülerinnen und Schüler der Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig. Die Anregung kam von Rudolf Fricke aus Wolfenbüttel. Entsprechend dem Konzept des Projektes Stolpersteine enthalten jeweils neu zu verlegende Steine den Namen der Opfer des Nationalsozialismus sowie kurze Angaben zum Geburtsjahr und zum jeweiligen Schicksal.

Die fünf am John-F.-Kennedy-Platz 5 zu verlegenden Steine erinnern an Siegfried Loewenthal, Josefine Helene Loewenthal (geborene Erlanger), Charlotte Loewenthal (verheiratete Steinitz), Erich Loewenthal und Ulrich Loewenthal. Wegen der sich abzeichnenden Judenpogrome der Nazis verließ die Familie im November 1935 Deutschland und emigrierte nach Palästina in die Nähe von Tel Aviv.

Das Schicksal der Familie Loewenthal

Siegfried Loewenthal betrieb eine medizinisch-physikalische Kuranstalt am Lessingplatz und baute in Israel eine Praxis für Radiumtherapie auf. Er starb 1951 im Alter von 81 Jahren. Josefine Helene Loewenthal starb 1958 mit 87 Jahren in Israel. Charlotte Steinitz arbeitete als Ärztin und Kinderpsychiaterin. Sie starb 1958 im Alter von 59 Jahren an einer akuten Leukämie. Erich Loewenthal arbeitete ebenfalls als Arzt und verstarb 53-jährig am 30. April 1959. Ulrich Loewenthal war bei der Flucht erst ein Jahr alt und arbeitete später als Psychiater.

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