TU-Mikrobiologin für Forschung zur Blutgerinnung ausgezeichnet

13. November 2017
Bildunterschrift: Die Mikrobiologin Dr. Simone Bergmann der TU Braunschweig erhielt den mit 25.000 Euro dotierten Günter Landbeck Excellence Award verliehen. Foto: Georg Wendt/Shire
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Braunschweig. Der Günter Landbeck Excellence Award prämiert einmal im Jahr herausragende Studien zur Blutgerinnung. In diesem Jahr geht der mit 50.000 Euro dotierte Preis je zur Hälfte an eine Forschergruppe der TU Braunschweig und der Universität Würzburg. Verliehen wurde die Auszeichnung am 10. November im Rahmen des 48. Hämophilie Symposions in Hamburg.

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„Für jeden Wissenschaftler ist es eine Freude, wenn die Forschungsarbeit, in die viel Zeit investiert wurde, gewürdigt wird. Ich freue mich daher, diese Auszeichnung entgegenzunehmen“, sagte Dr. Simone Bergmann, Mikrobiologin von der TU Braunschweig und GLEA-Gewinnerin in der Kategorie „Experimentelle Arbeiten“. Gewinner in der Kategorie „Klinische Arbeiten“ ist Prof. Dr. Harald Schulze vom Uniklinikum Würzburg.

Simone Bergmann forscht zu Pathogenen wie Pneumokokken und anderen Streptokokken und untersucht ihre Interaktion mit dem menschlichen Organismus. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Fachzeitschriften veröffentlicht, darunter Scientific Reports, Cellular Microbiology und das Biochemical Journal. „Der Preis ist für meine Forschung sehr wichtig. Er öffnet mir Türen zu weiteren Förderungsmöglichkeiten meiner Forschung“.

Pneumokokken docken mit Hilfe des Von-Willebrand-Faktors an Gefäßwand an

Pneumokokken sind Bakterien, die schwere Erkrankungen wie zum Beispiel Lungenentzündungen verursachen. Doch welche Mechanismen machen sich Pneumokokken im Körper zunutze? Diese Frage war Ausgangspunkt der Studie von Dr. Bergmann. „Bisher wusste man nicht, aus welchem Grund schwere Lungeninfektionen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen können“, erläutert die Forscherin, „Wir haben herausgefunden, dass Pneumokokken ganz direkt den Von-Willebrand-Faktor nutzen, um sich an die Gefäßwände anzuheften. Damit haben wir den ersten Schritt einer Infektion aufgeklärt.“ Ermöglicht worden sei diese Forschung erst durch die bundesweite interdisziplinäre Kooperation mit anderen Universitäten und Forschungseinrichtungen, betont Bergmann.

Zur Person

Simone Bergmann studierte Biologie an der Technischen Universität Braunschweig, wo sie 2002 promovierte und den Förderpreis für herausragende Promotionen des Helmholtz Zentrums für Infektionsforschung erhielt. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin war sie an den Universitäten Braunschweig, Würzburg und München tätig. Ihre Habilitation und der Erwerb der Venia legendi erfolgten 2010. Seitdem leitet die Privatdozentin die Gruppe „Streptococcus“ am Institut für Mikrobiologie in der Arbeitsgruppe von Prof. Michael Steinert.

Zum Preis

Der Preis wird vom Günter Landbeck Stipendium verliehen und von der Baxalta Deutschland GmbH finanziell unterstützt. Baxalta ist ein Unternehmen von Shire. Das Unternehmen möchte mit dem GLEA vielversprechende Forschungsansätze fördern und neue Perspektiven in der Behandlung von Gerinnungsstörungen, insbesondere bei Hämophilie-Patienten, voranbringen. „Mit ihren Studien eröffnen die Gewinner des diesjährigen Awards neue Ansätze in der Diagnostik und Therapie von Blutgerinnungsstörungen. Blutgerinnungsstörungen gehören zwar zu den seltenen Erkrankungen, für die Betroffenen ist die Forschung jedoch lebenswichtig“, so Dr. Holger Brondke, Country Medical Lead Hematology von Shire Deutschland anlässlich der Preisverleihung.

 

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