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25-jähriges Jubiläum der Kibis mit rund 300 Gästen gefeiert



Braunschweig

25-jähriges Jubiläum der Kibis mit rund 300 Gästen gefeiert


Vor einem Vierteljahrhundert, im Jahr 191, begann die Erfolgsgeschichte der Selbsthilfekontaktstelle, Kibis in Braunschweig. Nun konnte das 25-jährige Bestehen gefeiert werden. Foto: Roland Wolter
Vor einem Vierteljahrhundert, im Jahr 191, begann die Erfolgsgeschichte der Selbsthilfekontaktstelle, Kibis in Braunschweig. Nun konnte das 25-jährige Bestehen gefeiert werden. Foto: Roland Wolter Foto: Roland Wolter

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Braunschweig. Vor einem Vierteljahrhundert, im Jahr 191, begann die Erfolgsgeschichte der Selbsthilfekontaktstelle, Kibis in Braunschweig. Seitdem hat sich viel getan und verändert. Die Gründe der Betroffenen, Austausch zu suchen, haben sich genauso geändert, wie die Art und Weise der Vernetzung. Jetzt wurde das 25-jährige Bestehen der Kibis mit rund 300 Gästen aus Politik, Verwaltung, Gesundheitswesen und Selbsthilfegruppen gebührend gefeiert.

Das integrative Tanztheater „Ambet Group“ stimmte mit der Aufführung „Gegen den Wind“ in den Nachmittag ein und feierte gleichzeitig Premiere des Stücks. „Selbsthilfe ist eine notwendige und wichtige Ergänzung zur gesundheitlichen und sozialen Versorgung. Nicht umsonst wird die Selbsthilfe als sogenannte vierte Säule im Gesundheitswesen bezeichnet. Das Besondere und Einzigartige ist die Begegnung der unterschiedlichsten Menschen in den verschiedensten Bereichen. Ich wünsche mir, gerade in der heutigen Zeit, dass die Selbsthilfe so bunt bleibt und der persönliche Kontakt immer einen hohen Stellenwert beibehält. Das Spannende an der Selbsthilfe ist die große Bandbreite an unterschiedlichen Themen, was auch immer wieder eine neue Herausforderung bedeutet. Dabei ändern sich die Schwerpunkte immer wieder. War vor einiger Zeit noch Mobbing das bestimmende Thema stehen heute psychische Erkrankungen, Depressionen oder auch Burn-out im Fokus. Unsere besonderen Anliegen in der heutigen Zeit sind es, zum einen junge Menschen anzusprechen und zu erreichen und zum anderen den Selbsthilfebereich noch stärker für Menschen mit Migrationsgeschichte zu öffnen“, sagte Ines Kampen, Leiterin der Kibis.


In den 25 Jahren wurden rund 30.500 Menschen und 350 Selbsthilfegruppen von der Kibis begleitet und unterstützt. Aktuell sind 123 Selbsthilfegruppen in Braunschweig. verteilt auf die Bereiche chronische Erkrankungen, Behinderungen, psychische Erkrankungen, Suchterkrankungen und Soziales, aktiv. Die niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Cornelia Rundt, sicherte in ihrem Grußwort die Fortsetzung der Förderung der Selbsthilfe zu. „Das Land fördert die 33 Selbsthilfe-Kontaktstellen in Niedersachsen mit 1,15 Millionen Euro. Mehr als 1500 Selbsthilfeorganisationen gibt es in Niedersachsen. Selbsthilfe ist ein wichtiger Teil in unserer Gesellschaft. Dabei wird der demographische Wandel die Selbsthilfe in Zukunft mitprägen“, betonte die Ministerin. Sie hoffe, dass auch Zugewanderte für das Ehrenamt und die Selbsthilfe zu begeistern sind. „Denn wir sind eine bunte, lebens- und liebenswerte Gesellschaft. Der Stellenwert der Selbsthilfe hat sich in den Jahren enorm verändert. Mittlerweile hat der Bereich eine deutliche Aufwertung erfahren. Die Selbsthilfe ist längst ein anerkannter Akteur im Gesundheitswesen. Generationswechsel, interkulturelle Öffnung, Vernetzung und Verknüpfung des persönlichen Umgangs in einer wachsenden digitalen Selbsthilfe. Das seien die Themen für die Zukunft, sagte Rundt abschließend und fügte hinzu: „Selbsthilfe und Ehrenamt brauchen immer auch einen Anker, eine hauptamtliche Unterstützung. Dafür wissen die Menschen die Kontaktstelle an ihrer Seite.“

Braunschweigs Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke überbrachte die Grußworte der Stadt und betonte, wie wichtig der Austausch mit Gleichgesinnten sei. „In der Selbsthilfe erfahren Menschen Verständnis und Geborgenheit, aber kein Mitleid. Unsere Gesellschaft verändert sich permanent und nicht jeder kann bei diesem Tempo mithalten. Die Kibis leistet einen wichtigen Beitrag in und für unsere stetig wachsende Stadt“, sagte Dr. Hanke. Auch sie sicherte weitere Unterstützung zu. Regionaldirektor der AOK Rainer Rinne überbrachte die Glückwünsche im Namen der Krankenkassen. „Die Geschichte der Kibis ist eine Erfolgsstory. Hier wurde echte Pionierarbeit geleistet. Längst hat sich die Selbsthilfe vom ehemaligen Stuhlkreis-Image verabschiedet. Die Kibis ist der Motor für die sehr aktive und lebendige Selbsthilfelandschaft in Braunschweig. Die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen hat lange Tradition und auch für die Zukunft ist uns der Selbsthilfebereich ein wichtiges Anliegen“, so Rinne.

Lothar Goyer, Sprecher des Selbsthilfegruppenrates berichtete von der hervorragenden Zusammenarbeit der Selbsthilfegruppen mit der Kibis: „Das Team steht für uns immer schnell, unkompliziert und professionell zur Verfügung. Für ihn selbst war die Selbsthilfegruppe die Rettung: „Ohne diese Unterstützung hätte ich es nicht geschafft.“ Seine Botschaft an Betroffene und Angehörige: „Komm zu uns, wir hören dir zu, wir haben Zeit für dich.“ Henning Eschemann, Geschäftsführer des Paritätischen Braunschweig, sagte in seinem Grußwort zum Abschluss: „Die Selbsthilfe ist in Braunschweig hervorragend für die Zukunft gerüstet. Für die notwendigen, verlässlichen Strukturen stellt der Paritätische Braunschweig als Träger die erforderlichen Ressourcen.“ An der akustischen Gitarre sorgte Andreas Sichau für das musikalische Rahmenprogramm. Im Anschluss an den offiziellen Teil gab es bei Imbiss und Getränken reichlich Gelegenheit zum Austausch und zu unterhaltsamen Gesprächen in entspannter Atmosphäre.


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