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Aufbruch zum Merkur: Forschungsmission „BepiColombo“ erklärt



Braunschweig

Aufbruch zum Merkur: Forschungsmission „BepiColombo“ erklärt


Symbolfoto: Archiv
Symbolfoto: Archiv Foto: Thorsten Raedlein/Archiv

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Braunschweig. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Astroherbst laden das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Haus der Wissenschaft Braunschweig am 12. November 2018 um 19 Uhr in die Aula des Haus der Wissenschaft ein. Das geht aus einer Pressemitteilung der Haus der Wissenschaft Braunschweig GmbH hervor.



Professor Karl-Heinz Glaßmeier, Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik an der Technischen Universität Braunschweig, berichtet über die herausragende europäisch-japanische Forschungsmission „BepiColombo“ zum innersten Planeten unseres Sonnensystems, dem Merkur.

Die Forschungsmission „BepiColombo“ trägt ihren Namen nach Professor Giuseppe „Bepi“ Colombo (1920-1984) von der Universität Padua, einem der führenden Merkur-Experten seiner Zeit. Er sagte unter anderem die merkwürdige 2:3-Resonanz zwischen Umlaufszeit und Rotationsdauer des Merkur vorher und entwickelte das Missionsprofil der ersten Merkurmission Mariner-10. Die Mission wurde am 20. Oktober 2018 nach langjährigen Vorbereitungen und mehreren Verzögerungen mit einer Ariane-5-Rakete von Kourou (Französisch-Guayana) aus gestartet und soll den Merkur im Dezember 2025 erreichen. Sie besteht eigentlich aus zwei Raumsonden, die für den Hinflug auf einer gemeinsamen Transferstufe mit einem überwölbenden Sonnenschild montiert sind. Dies sind der von der ESA betriebene „Mercury Planetary Orbiter“ (MPO) und der von der japanischen Agentur JAXA beigesteuerte „Mercury Magnetospheric Orbiter“ (MMO). Beide werden den Merkur auf Bahnen mit sehr verschiedener Exzentrizität umlaufen.



Eisenkern im Fokus


Ein Hauptaugenmerk der Wissenschaftler gilt dabei dem Magnetfeld und der Magnetosphäre des Merkur – und das bedeutet auch: seinem Eisenkern. Obwohl der Merkur der kleinste der terrestrischen Planeten ist, besitzt er den relativ dazu größten Eisenkern. Das weist darauf hin, dass die Verteilung der Elemente in Abhängigkeit von der Distanz zur Sonne bei der Akkretion der Planeten des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren eine bedeutende Rolle gespielt hat.

Messungen in planetaren Magnetfeldern sind ein Fachgebiet, in dem das Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik der TU Braunschweig eine weltweit führende Position einnimmt. Das Institut – und vor allem auch Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier – waren und sind in diesem Forschungsbereich in zahlreiche internationale Raumfahrtmissionen eingebunden. So auch in die Mission BepiColombo, wo dem Wissenschaftspaket MERMAG eine Schlüsselaufgabe zukommt. Für das dort integrierte Instrument „MPO-Mag“ ist das Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik verantwortlich.


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