Braunschweig

AWO zum Gesetz zur Reform der Pflegeberufe


Foto: Max Förster

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18.03.2016




Berlin/Braunschweig. Der Bundestag berät morgen in erster Lesung das Gesetz zur Reform der Pflegeberufe. „Das zentrale Motiv für die AWO ist die Sicherstellung guter Pflege älterer Menschen auch in der Zukunft. Neben einer guten Ausbildung gehören dazu genügend Fachkräfte. Die Ausbildung muss für Auszubildende und Ausbildungseinrichtungen weiterhin attraktiv sein“, fasst Thorsten Planck, Leiter des Geschäftsfeldes Senioren & Pflege beim AWO-Bezirksverband Braunschweig, die Position der AWO zusammen, die das Gesetzgebungsverfahren im letzten Jahr intensiv begleitete.

Die Bundesregierung habe durch die Veröffentlichung der Eckpunkte zur Ausbildungs- und Prüfungsordnung Ende Februar deutlich gemacht, wie wichtig eine Bindung der Auszubildenden an die Ausbildungsbetriebe sei, damit diese ihre berufliche Identität auch in der Langzeitpflege entwickeln können. Dadurch werde den Einrichtungen und Diensten deutlich, dass es sich weiterhin lohne, junge Menschen auszubilden. „Die AWO begrüßt die Aufteilung der praktischen Ausbildung auf die unterschiedlichen Einsatzstellen in weiten Teilen“.

Eine abschließende Einschätzung der Inhalte der Ausbildung ist mit den Eckpunkten nicht möglich, da dort nur übergreifende Themen aufgeführt werden. Die AWO wartet zur Einschätzung den ersten Entwurf der Verordnung ab. Begrüßenswert wäre es laut Planck, wenn in dem neuen Pflegeberuf die berufsbegleitende Ausbildung weiterhin möglich wäre. Hiermit könne man lebenserfahrene Menschen, die aus anderen Berufen in die Pflege als Hilfskräfte wechseln, für die Pflege gewinnen. In der Kombination aus Ausbildung und entlohnter Beschäftigung könne man eine neue berufliche Perspektive bieten und die so dringend benötigte Fachkräfte gewinnen.

Leider räume das ehrgeizige Vorhaben der Zusammenlegung der drei Ausbildungen zu einem neuen Pflegeberuf nicht mit den tradierten schulischen Strukturen in der Pflege auf. Auch mit dem neuen Gesetz könnten Pflegeschulen noch Schulen „besonderer Art“ sein und müssten nicht in allen Ländern im Schulgesetz verankert werden. „Der Bund und insbesondere die Länder haben leider den längst überfälligen Schritt verpasst, die berufliche Pflegeausbildung in das System der berufsbildenden Schulen zu überführen“, erklärt der AWO-Geschäftsfeldleiter abschließend.


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