Peine

Buß- und Bettag: Worum geht es?


Symbolbild: Anke Donner
Symbolbild: Anke Donner Foto: Anke Donner

Artikel teilen per:

18.11.2017

Peine: Zum 500. Jubiläum der Reformation erklärt der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Peine die Feiertage im Kirchenjahr. Krankenhausseelsorger Stefan Giesel beleuchtet die Hintergründe des Buß- und Bettages. Am Mittwoch ist Buß- und Bettag. Was hat es mit diesem kirchlichen Feiertag auf sich und worum geht es?


Der Buß- und Bettag ist ein evangelischer Feiertag und war seit der Reformation im 16 Jahrhundert in den evangelischen Fürstentümern und Landesteilen auf unterschiedliche Tage verteilt. Erst 1852 wurde ein einheitlicher Buß- und Bettag auf der Eisenacher Konferenz evangelischer Kirchenleitungen für alle Evangelischen in Deutschland festgelegt – auf einen Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag am Ende des Kirchenjahres, frühestens möglich am 16.November, spätestens am 22.November, so wie in diesem Jahr. Bis 1995 war dieser Tag dann ein gesetzlich geschützter und damit arbeitsfreier Feiertag, bevor im Jahr davor die Bundesregierung beschlossen hat, ihn zur Finanzierung der Pflegeversicherung wieder zu einem Arbeitstag zu machen. Seitdem ist der Buß- und Bettag also kein gesetzlicher, wohl aber nach wie vor ein kirchlicher Feiertag, der von den ev. Gemeinden begangen und gefeiert wird, meistens mit einem Gottesdienst am Abend.

Inhaltlich ist der Buß- und Bettag ein Tag der Besinnung und der Umkehr. Neben Taufe und Abendmahl hatten die Reformatoren in den evangelisch-lutherischen Bekenntnisschriften die Beichte und die mit ihr einhergehende Lossprechung von Schuld als ein drittes Sakrament, das Bußsakrament, verstanden. Während der Aschermittwoch dabei die persönliche Buße in den Vordergrund stellt, liegt der Schwerpunkt des Buß- und Bettages auf einer gemeinschaftlichen Besinnung der Gesellschaft und stellt demnach Fragen nach der Verantwortung des Menschen in seinem Land und in der Welt. Vor diesem Hintergrund ist es besonders bedauernswert, dass dieser Besinnung auf ein offenkundig schuldhaftes Verhalten des Menschen gegenüber der Schöpfung als Gottes Gabe und einer möglichen Umkehr, kein Raum mehr als gesetzlicher Feiertag eingeräumt wird. Christen halten mit der Feier des Buß- und Bettages ein solches Besinnen aufrecht und fordern zu einer schöpfungsgemäßen Umkehr auf, bezogen auf die Welt, den Menschen und den Glauben.


zur Startseite