Wolfenbüttel

Canto Vivo singt im Rittersaal


Der Canto Vivo - Kammerchor tritt in Sickte auf. Foto: Hans-Jürgen Helke
Der Canto Vivo - Kammerchor tritt in Sickte auf. Foto: Hans-Jürgen Helke Foto: Hans-Jürgen Helke

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24.10.2017

Sickte. Am Sonntagnachmittag „zwischen Kaffeetrinken und Tatort“ erwartete die Gäste der Sickter Kulturinitiative SIKKI ein ganz besonderer Kunstgenuss. Canto Vivo - Kammerchor Wolfenbüttel-Braunschweig präsentierten unter der Leitung von Reinhard Voigt im voll besetzten Rittersaal des Sickter Herrenhauses ihr Programm „Flora und Fauna“.


Die zwanzig Sängerinnen und Sänger erfüllten den Saal mit einem wunderbaren Klang. Nicht nur mit dem Vortrag einiger Lieder Mendelssohn-Bartholdys verzauberten sie die Zuhörer. Auch modernere Lieder, wie Joachim Dietrich Links humorvolles Arrangement des Bergischen Volksliedes „Auf einem Baum ein Kuckuck“ oder Harald Banters Vertonung „Des Mondschafs“ von Christian Morgenstern wurden musikalisch sehr überzeugend dargeboten. Aber bei einem Lied entwich zur sehr Verwunderung der Zuhörer den bewegten Mündern des Chores kein einziger Ton. Die Erklärung dieser skurrilen Darbietung brachte ein Blick in den Programmfalter: Das Stück von Martin Evanzin hatte den Titel „Fisches Nachtgesang“. Besondere Programmpunkte waren die Gedichte und Texte zwischen den Chorstücken, vorgetragen von einzelnen Chormitgliedern. Von der Schöpfungsgeschichte der Indianer im Westen Kanadas, in der eine Schildkröte die tragende Rolle innehat, über Gedichte von Christian Morgenstern zu Ernst Jandel reichte der Spannungsbogen. Im Mittelpunkt eines „fabel“haften Vortrags stand die Heckenbraunelle – etwaige Ähnlichkeiten mit lebenden Personen konnten leicht entdeckt werden und amüsierten so manchen Zuhörer. Das Publikum erlebte einen unterhaltsamen Nachmittag, der das graue Wetter draußen vergessen ließ. Nach herzlichem Applaus verließ man mit einem nachdenklichem, einem belustigten und einem noch von der Musik ganz erfülltem Ohr den Saal.


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