Sie sind hier: Region >

Corona-Pandemie: Verkehrsunfälle in Braunschweig auf Zehnjahrestief



Braunschweig

Corona-Pandemie: Verkehrsunfälle in Braunschweig auf Zehnjahrestief

Wie die Polizei betont, sei es aber auch ohne den Einfluss der Pandemie rechnerisch zu einem weiteren Sinken der Unfallzahlen gekommen.

von Marvin König


Fahrradfahrer seien nach wie vor überproportional oft bei Unfällen mit schweren Folgen betroffen. (Symbolbild)
Fahrradfahrer seien nach wie vor überproportional oft bei Unfällen mit schweren Folgen betroffen. (Symbolbild) Foto: Rudolf Karliczek

Artikel teilen per:

Braunschweig. Die Zahl der Verkehrsunfälle im Stadtgebiet Braunschweig ist im Jahr 2020 auf ein Allzeit-tief gefallen. Das geht aus der aktuellen Verkehrsunfallstatistik der Polizeiinspektion Braunschweig hervor. Die Zahl der Verkehrsunfälle ging 2020 auf 6565 Unfälle zurück. 2019 waren es 8076. Die Polizei vermutet als Hauptgrund für diese Entwicklung den Einfluss der Corona-Pandemie auf die Mobilität.



2020 wurden 217 Menschen weniger verletzt als im Jahr 2019. Insgesamt waren es 860 Personen, 2019 waren es 1077. Dabei wurden 119 (2019: 173) schwer und 741 (2019: 904) leicht verletzt. Vier Personen kamen im Jahr 2020 bei Verkehrsunfällen im Stadtgebiet ums Leben. Hierbei handele es sich um zwei Radfahrer und zwei Fußgänger im Alter zwischen 11 und 69 Jahren. Bei dem jüngsten Todesopfer handele es sich um einen Unfall auf dem Schulweg. 2019 starben elf Personen im Braunschweiger Straßenverkehr.

Die Verkehrsunfallstatistik für die Stadt Braunschweig schließt die Autobahnen aus, die in der Statistik der Polizeidirektion abgebildet werden. Mit 38,27 Prozent häufigste Unfallursache sind daher auch Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren. Mit 17,12 Prozent schließen sich mangelnder Abstand und mit 12,69 Prozent Fehler beim Abbiegen an. Missachtung der Vorfahrt schlägt mit 10,47 Prozent als Unfallursache zu Buche. Wie die Polizei erklärt, zeige sich bei der Verteilung und Häufigkeit der Unfallursachen keine große Veränderung im Gegensatz zu den Vorjahren.

Zahl der Unfälle von Radfahrern weiter hoch


Die Zahl der unfallbeteiligten Fahrradfahrer ist im Jahr 2020 auf 606 zurückgegangen. Bei diesen Unfällen wurden 378 Radfahrer verletzt.
Im vergangenen Jahr wurden bei Fahrradunfällen zwei Personen tödlich verletzt. Es handelte sich um einen 72-jährigen Mann (Pedelec) sowie eine 79-jährige Frau. Leichtverletzt wurden 318 Radfahrer und 58 Radfahrer wurden schwerverletzt.

Die Hauptunfallursachen bei Radfahrern sind mit 17 Prozent zuallererst alleinbeteiligte Stürze. Danach folgen mit elf Prozent das Einfahren in den fließenden Verkehr und Vorfahrtmissachtung. Dahinter kommen mit zehn Prozent Fehler beim Überholvorgang und mit jeweils neun Prozent verbotswidriges Fahren entgegen der Fahrtrichtung und Alkohol. Mangelnder Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern war für acht Prozent der Unfälle verantwortlich, weitere acht Prozent entfallen auf Fehler beim Abbiegen.

Tiefststand im Zehnjahresspiegel


In der Unfallstatistik 2020 erreiche die Gesamtzahl an Unfällen einen Tiefststand im Zehnjahresspiegel und schreibe somit den Trend sinkender Unfallzahlen fort, wie die Polizei in ihrem Fazit schreibt. Auf Basis einer Hochrechnung sei für die Unfallzahlen jedoch auch ohne den Einfluss der Corona-Pandemie ein Rückgang zu vermuten gewesen. Die Großstadt Braunschweig mit dem daraus resultierenden Konfliktpotenzial aus sich begegnenden Verkehrsteilnehmern unterschiedlicher Beteiligungsart erkläre, dass Fahrradfahrer weiterhin eine überproportionale Beteiligung an Verkehrsunfällen mit schweren Folgen aufweisen würden. Diese Entwicklung finde in polizeilichen Konzepten zur Verkehrsprävention und Verkehrsunfallursachenbekämpfung verstärkt Berücksichtigung. Hier sei insbesondere der Einsatz der Fahrradstaffel erwähnt.

Auch werde die Polizei Braunschweig gemeinsam mit ihren Verkehrssicherheitspartnern weiterhin ein besonderes Augenmerk auf die Schulung von Kindern und lebensälteren Bürgern richten. Die Ablenkung im Straßenverkehr, zum Beispiel durch Nutzung von Handys, stehe auch zukünftig im Fokus der Verkehrssicherheitsarbeit.


zur Startseite