Wolfenbüttel

Cremlinger Grünen: Fairer Handel ist machbar


Ulrike Siemens berichtete bei den Grünen über fairen Handel. Foto: Privat
Ulrike Siemens berichtete bei den Grünen über fairen Handel. Foto: Privat

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17.03.2017

Abbenrode. Schwerpunktthema bei der letzten Mitgliederversammlung der Cremlinger Grünen war der faire Handel: was kann jeder tun, um ihn zu fördern.



Fairer Handel bietet nicht nur Vorteile für die Erzeuger von Produkten wie Kaffee, Kakao oder auch Obst, die überwiegend aus sogenannten Entwicklungsländern kommen, sondern auch für den hiesigen Verbraucher. Ein Vorteil ist das „bessere Gewissen“, weil sichergestellt ist, dass die verwendeten Produkte nicht unter ausbeuterischen Bedingungen hergestellt worden sind. Die geringen Mehrkosten, die wir hier im Laden bezahlen, garantieren aber auch häufig eine bessere Qualität, da dem Gesundheitsschutz der Bauern in den Erzeugerländern eine höhere Priorität eingeräumt wird. Und das schlägt sich entsprechend auch in der Schadstoffbelastung der Produkte nieder.

Darüber hinaus sind auch die Auswirkungen auf den globalen Handel und die Gesellschaften in den Erzeugerländern positiv. So wird die Demokratisierung gefördert, ebenso wie das Umweltbewusstsein, da fairer Handel häufig genossenschaftlich organisiert ist und so die einzelnen Bauern Verantwortung bekommen und übernehmen. Ulrike Siemens (Cremlinger Grüne) stellte das Projekt „Fairtrade Gemeinde“ vor. Ursprünglich in Großbritannien entstanden, ist es mittlerweile in 24 Ländern vertreten. In Deutschland gibt es bereits 463 Fairtrade-Gemeinden und -Kreise. Fünf Kriterien müssen erfüllt werden, um dieses Siegel zu erhalten. Am Anfang steht ein Ratsbeschluss, den fairen Handel zu unterstützen und bei öffentlichen Sitzungen fair gehandelte Produkte anzubieten; danach muss sich eine Steuerungsgruppe aus interessierten Bürgern gründen, die die Aktivitäten koordiniert, Handel und Gastronomie werden eingebunden, öffentliche Einrichtungen wie Schulen und KiTas und ebenso die lokale Presse. Sind alle Kriterien erfüllt, kann man sich um den Titel „Fairtrade-Gemeinde“ bewerben und bekommt bei positiver Bewertung die Auszeichnung im Rahmen einer Feier für zwei Jahre verliehen. Die Cremlinger Grünen könnten sich eine Entwicklung der Gemeinde Cremlingen in Richtung Fairtrade-Gemeinde durchaus vorstellen.


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