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Darmzentrum zertifiziert: Experten bestätigen hohe Qualität

von Thorsten Raedlein



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19.09.2014


Wolfenbüttel. Am Freitag erhielt das Darmzentrum des Städtischen Klinikums Wolfenbüttel sein Zertifikat für ausgezeichnete und geprüfte Qualität. Nach der erfolgreichen Evaluation seiner Arbeit und die seiner Kooperationspartner durch die Experten von OnkoZert im Mai wurde den beiden verantwortlichen Chefärzten Prof. Dr. Heinrich Keck und Prof. Dr. Kinan Rifai die Urkunde überreicht.

„Wir sind stolz darauf, damit dokumentieren zu können, dass wir unsere Patienten nach den anspruchsvollen Standards der Deutschen Krebsgesellschaft auf höchstem Niveau behandeln. Das Zertifikat ist für Patienten und niedergelassene Ärzte ein verlässlicher Qualitätsausweis und Wegweiser zur bestmöglichen Behandlung“, sagte Prof, Dr. Heinrich Keck. Auch Bürgermeister Thomas Pink, Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums freute sich über die Auszeichnung der "Perle im Konzern Stadt". Er dankte allen Beteiligten für ihr Engagement.

Die Vorbereitungen auf das Audit waren umfangreich und beinhalteten die Umsetzung medizinisch-wissenschaftlichen Anforderungen ebenso wie strukturelle Anpassungen und die intensive Zusammenarbeit mit künftigen engen Kooperationspartner. Geprüft wurden das Qualitätsmanagement, Behandlungsstrategien, Abläufe und Organisationsstrukturen.


Die Struktur des Darmzentrums. Foto:



„Unsere Patienten werden nach dem neuesten Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse und den Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften versorgt. Die Ausbildung unserer Ärzte und Pflegenden ist exzellent. Sie haben überdies große Erfahrung, denn in jedem Jahr werden rund 200 Darmoperationen im Klinikum vorgenommen. Das waren wichtige Kriterien für die Zertifizierung“, so Prof. Keck. Seinen besonderen Dank richtete er an die Qualitäts-Management-Beauftragte des Klinikums Christiane Lange und an den Oberarzt Dr. Ekkehard Möbius für ihre Unterstützung des Projektes.

Einen ganz wesentlichen Aspekt betonte Prof. Dr. Kinan Rifai: die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Berufsgruppen im Krankenhaus und die exzellente Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten, Rehabilitationseinrichtungen und anderen Partnern. „Dafür haben wir eine organisatorische Struktur geschaffen, in deren Zentrum der betroffene Patient steht“, verweist er auf das komplexe Zentrumsmodell. „Wir betreuen unsere Patienten ganzheitlich - medizinisch, psychologisch und individuell.“ Wöchentlich einmal treffen sich zum Beispiel die beteiligten Fachärzte aller Beteiligten zu einer interdisziplinären Tumorkonferenz unter seiner Leitung. Hier wird für jeden Betroffenen die bestmögliche Therapie besprochen. Jeder Arzt bringt seine spezielle fachliche Expertise und Sichtweise mit ein. Die Entscheidung treffen Ärzte und Patient dann gemeinsam.

„Das Klinikum hat in den vergangenen Jahren aber auch kräftig in die medizinisch-technische Ausstattung des Zentrums investiert, so dass hier ebenfalls die Voraussetzungen für höchste Qualität geschaffen wurden“, betonte Klinikumsgeschäftsführer Axel Burghardt. „Das entspricht unserer Strategie, sowohl eine Grund- und Regelversorgung für die Menschen in unserer Region in bester Qualität zu leisten und uns gleichzeitig auf besonders wichtigen Gebieten zu spezialisieren. Das Darmzentrum erfüllt hier angesichts der vielen betroffenen Patienten eine besondere Aufgabe, denn im weiteren Umkreis bis Hannover und Hildesheim gab es bisher nur drei solcher Zentren.“


Mit einer kleinen Feierstunde wurde die Zertifizierung gewürdigt. Foto:



Darmkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung in Deutschland. Rund 73.000 Menschen erkranken in jedem Jahr daran, 27.000 sterben. Wenn der Tumor in einem frühen Stadium erkannt wird, sind die Heilungschancen sehr gut. Deshalb ist die Früherkennung so wichtig. Sie gehört ebenso wie die fachübergreifende Therapie zu den wichtigsten Aufgaben eines zertifizierten Darmzentrums. „In rund 80 Prozent der Fälle wäre die Krankheit vermeidbar, wenn Darmpolypen durch eine Darmspiegelung rechtzeitig entdeckt und entfernt würden. Jeder sollte daher die Möglichkeit nutzen“, mahnt Prof. Keck und verweist darauf, dass diese Vorsorgeuntersuchung ab dem 55. Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Diese werde noch viel zu wenig in Anspruch genommen.

„Von der Vorsorge über die Therapie bis hin zur Nachsorge kümmern wir uns gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern im Darmzentrum um die Patienten“, versichert Prof. Dr. Keck.

An der Behandlung im Darmzentrum beteiligt sind insbesondere Spezialisten des Städtischen Klinikums aus den Bereichen, Viszeralchirurgie, Gastroenterologie und Onkologie, sowie spezialisierte Pflegekräfte. Kooperationspartner sind:

Onkologische Schwerpunktpraxis Dr. Matthias Adler, Röntgenpraxis EURADIA, Städtisches Klinikum Braunschweig GmbH, Paracelsus Klink am See Bad Gandersheim, Praxis für Gastroenterologie Nabil Babougian Praxis für Innere Medizin Dr. Horst Bode, Praxis für Innere Medizin Michael Lim, Institut für Humangenetik der Universität Göttingen, Hospiz Salzgitter, Hospiz Braunschweig, Hospizverein Wolfenbüttel, Selbsthilfegruppe Krebs, Firma Nomamed, Firma ILCO.


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