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Ein kleines Dankeschön für große Verdienste



Goslar

Ein kleines Dankeschön für große Verdienste

von Alec Pein


Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk verlieh am Montag das Verdienstkreuz am Bande an den ehemaligen Ratsgymnasium-Schulleiter Ernst Steinecke. Fotos: Alec Pein
Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk verlieh am Montag das Verdienstkreuz am Bande an den ehemaligen Ratsgymnasium-Schulleiter Ernst Steinecke. Fotos: Alec Pein

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Goslar. Das Verdienstkreuz am Bande durfte Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk am Montag an Ernst Steinecke überreichen. "Orden sind ein kleines Dankeschön der Gesellschaft für große Verdienste.", sagte das Stadtoberhaupt zu Beginn seiner Rede. Steineckes Taten blieben nicht unentdeckt: Für Laudator Professor Dr. Jörg Wagner, Präsident an der Hochschule Nordhausen, war das Musical "Hair" ausschlaggebend, um Steineckes Ehrung mit dem Verdienstkreuz bei der Niedersächsischen Staatskanzlei vorzuschlagen.

Neben seinem Engagement im kulturellen Bereich begründe die Staatskanzlei die Verleihung in den Verdiensten Ernst Steineckes um die Heimatpflege und des Archivwesens, erklärt Dr. Junk im Großen Heiligen Kreuz am Montag. Bereits kurz nach seiner Amtseinführung als Schulleiter am Ratsgymnasium hat Ernst Steinecke Kontakt zum Stadtarchiv aufgenommen, um den Geschichtsunterricht mit diesem zu verbinden. Es folgten zahlreiche Schülergruppen, welche Archivausstellungen besuchten und die Inhalte anschließend im Unterricht thematisierten. 2004 und 2007 stellten damalige Abiturjahrgänge dann sogar selber Ergebnisse aus.


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Herzliche Umarmung: Steinecke und Dr. Junk verstehen sich seit Junks Kandidatur zum Stadtoberhaupt im Jahr 2011. Auch die Klinke der Familie Steinecke musste er damals putzen. Foto:



"Nicht wenige Schüler, die im Laufe Zeit durch Sie, Herr Steinecke, an das Archiv herangeführt worden sind, haben danach ein Geschichtsstudium begonnen und erfolgreich abgeschlossen", weiß Dr. Oliver Junk. 16 Jahre lang engagierte sich Steinecke zudem als Vorstand des Museumsvereins, trug als Herausgeber von Bänden der Chronik der Stadt Goslar dazu bei, die Stadtgeschichte von 919 bis 1933 festzuhalten und setzte sich für die 100-Jahr-Feier des Museumsvereins im Jahr 2005 ein, sodass diese Feier mit einer großen Ausstellung über den Maler Themistokeles von Eckenbrecher einher gehen konnte. Auch das Gesamtprojekt "Museumsufer an der Abzucht" wurde nicht ohne die maßgebliche Beteiligung des bis 2013 amtierenden Schulleiters umgesetzt.





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Die aktuelle Bläserklasse des Ratsgymnasium darf bei einer solchen Ehrung nicht fehlen. Foto:



Nicht zu vergessen: Kulturelle Bildung am Ratsgymnasium. Bläserklasse, damals unter der Leitung von Steineckes Nachfolger Hans-Peter Dreß, und Schulmusicals wurden während Steineckes Amtszeit am Ratsgymnasium eingeführt. Zunächst ab 2008 als Stellvertreter und seit 2011 als Erster Vorsitzender des Vereins "Bühnenreif" begleitete der Geehrte die Entstehung der viel beachteten Schüleraufführungen von Musical-Klassikern. "All das stand unter Ihrer Feder und in allen Belangen haben Sie sich als wahrer 'Fuchs' erwiesen, der immer Mittel und Wege fand, um Gelder und Sponsoren - zum Teil auch an der Stadt vorbei - für Ihr Ratsgymnasium zu organisieren", so Dr. Junk abschließend.

Preußische Tugenden


<a href= Geschichtsenthusiast Ernst Steinecke in seinem Element: Seine Rede widmete er Tugenden.">
Geschichtsenthusiast Ernst Steinecke in seinem Element: Seine Rede widmete er Tugenden. Foto:



Der preußische Generalfeldmarschall Wilhelm Leopold Colmar Freiherr von der Goltz spottete über den wahren Charakter von Ordensstufen, so beginnt Ernst Steinecke seine Geschichtsstunde anlässlich seiner Ehrung: "Es gibt vier Klassen: Verdiente, erdiente, erdienerte, erdinnierte. Also zu welcher Gruppe nun meine gehört möchte ich nicht weiter diskutieren." In Zeiten von UEFA, NSA, Raketen in Nordkorea sei ein moralisch ethischer sowie politischer Diskurs um Tugenden in jeden Fall angebracht, findet Steinecke. Durchaus zum Selbstverständnis der Menschen in Preußen gehörte, etwas um der Sache seiner selbst Willen zu tun, so der Geschichtskundige. In der heutigen Zeit sei dieses aus dem Fokus geraten.


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