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Ein neues Amt: Frauenbeauftragte in den Werkstätten



Braunschweig

Ein neues Amt: Frauenbeauftragte in den Werkstätten


Sevim Kubat und ihre Stellvertreterin Annette Stoll von der Lebenshilfe Braunschweig. Foto: Elke Franzen
Sevim Kubat und ihre Stellvertreterin Annette Stoll von der Lebenshilfe Braunschweig. Foto: Elke Franzen

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Braunschweig. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat Frauenbeauftragte zum festen Bestandteil von Werkstätten gemacht: Sie kümmern sich um Probleme der Kolleginnen im Werkstattalltag, unterstützen Betroffene dabei, Grenzen aufzuzeigen und Nein zu sagen, heißt es in einer Pressemitteilung der Lebenshilfe.



"Es ist für uns eine ganz neue Aufgabe", erklären Sevim Kubat und ihre Stellvertreterin Annette Stoll von der Lebenshilfe Braunschweig. "Aber wir freuen uns über das Vertrauen, solch eine besondere Funktion zu übernehmen. Denn damit können wir auch unsere Kolleginnen stärken." Mit der Einführung von Frauenbeauftragten in Werkstätten macht der Gesetzgeber deutlich, dass er sich für die Vorbeugung von Diskriminierung und Gewalt stark macht und den eingeschlagenen Weg zur Selbstbestimmung konsequent weitergeht. Es ist ein breites Spektrum, für dasdiefrisch gewählten Vertreterinnen ein Ohr und am besten auch gleich einen Rat haben wollen. Als Ansprechpartnerinnen auf Augenhöhe sollen Frauenbeauftragte die Rechte von weiblichen Werkstattbeschäftigten in den Bereichen Gleichstellung von Männern und Frauen, Vereinbarkeit von Familie und Beschäftigung und Schutz vor körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt vertreten.

"Wir haben selbst erst mal Schulungen besucht, um uns Fachwissen anzueignen", erklären die beiden Frauen, dies sich gern für andere einsetzen. "Nur so können wirdie weiblichen Werkstattmitarbeitenden über ihre Rechte informieren und ihnen helfen, Grenzen und deren Überschreitungen zu erkennen." Gleichzeitig gehöre es zu ihren Aufgaben, im Austausch mit Werkstattleitung und Werkstattrat die Interessen dieser Frauen zu vertreten. Dafür werden die beiden stundenweise von ihrer Arbeit im Versandhandel für die Bundesvereinigung Lebenshilfe und der Montage-Dienstleistung frei gestellt.Ebenso wichtig sind Unterstützerinnen, die den Frauenbeauftragten bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben assistieren. "Wir wollen auch gut mit den Leitungskräften und vor allem dem Werkstattrat zusammen arbeiten", meinen die beiden Funktionsträgerinnen. Für Sevim Kubat ist das besonders einfach: Denn sie ist auch in dieses Gremium mit einer enormen Zustimmung gewählt worden. "Gemeinsam können wirrichtig stark sein."

Übrigens: 
Der 8. März ist seit 1911 der "Internationale Tag der Frauen", an dem weltweit auf Frauenrechte und Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht wird.


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