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FDP zieht Antrag gegen Wolfenbüttels Comicfiguren zurück



Wolfenbüttel

FDP zieht Antrag gegen Wolfenbüttels Comicfiguren zurück

von Werner Heise


Marc Angerstein präsentierte beim Jahresempfang im März 2018 die lebendigen Figuren aus dem 900 Jahre Wolfenbüttel Comic. Foto: Anke Donner
Marc Angerstein präsentierte beim Jahresempfang im März 2018 die lebendigen Figuren aus dem 900 Jahre Wolfenbüttel Comic. Foto: Anke Donner Foto: Dontscheff

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Wolfenbüttel. Der FDP-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Rudolf Ordon, stört sich an den zum Leben erweckten Wolfenbütteler Comicfiguren Lessing, Herzog August und Co. und beantragte die Überarbeitung der Marketingkampagne. Die Comicsprache verfehle die im Tourismuskonzept festgeschriebene Zielgruppe der "Liberal-Intellektuellen". Doch Ordon vergleiche hier "Äpfel mit Birnen".



Der Ausschuss für Kultur und Tourismus befasste sich am Donnerstagabend mit dem bereits im März eingereichten Antrag des FDP-Politikers. Hierbei wurde den Ausschussmitgliedern sowohl die regional wirkende Marketingkampagne zum 900. Stadtjubiläum, als auch das davon losgelöste bundesweite Tourismuskonzept erklärt. Sowohl Marc Angerstein, von der mit der regionalen Marketingkampagne beauftragten Kommunikationsagentur Marc Angerstein Media GmbH, als auch Björn Reckewell, als Abteilungsleiter Tourismus bei der Stadt Wolfenbüttel, stellten in ihren Vorträgen klar, dass beide Konzepte unterschiedliche Zielsetzungen haben und unabhängig voneinander agieren würden.

Figuren nur zur 900 Jahre-Kampagne vorgesehen


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Auch beim Altstadtfest waren das Grüne Sofa sowie Lessing und Henriette Breymann ein beliebtes Fotomotiv. Foto: Anke Donner




Seit 2017 spricht die Stadt Wolfenbüttel mit dem "grünen Sofa" und der Kampagne "Das Wohnzimmer der Region" sowohl die eigenen Bürger, als auch die in der näheren Region lebenden Menschen an. Ziel sei es Wolfenbüttel als Wohnstadt zu bewerben und die Grundbekanntheit hierfür zu steigern. "Wir wollten den 'Negativisten' etwas entgegensetzen und einen Stadt-Patriotismus entfachen", erklärte Bürgermeister Pink. Wolfenbüttel sei eben keine Schlafstadt. Bei zahlreichen Veranstaltungen konnten die Besucher auf dem "grünen Sofa" Platz nehmen, sich vor der Collage Wolfenbütteler indentitätsstiftender Gebäude fotografieren lassen und die Fotos als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Auch zahlreiche Postkarten mit dem Werbemotiv, die laut Angerstein sehr gefragt seien, wurden um die Welt geschickt. Für das 900-jährige Stadtjubiläum sei die Kampagne 2018 dann um die Comicfiguren der in diesem Jahr laufenden Jubiläumskampagne sowohl bildlich, als auch mit Walkact-Figuren ergänzt worden. Im kommenden Jahr würden die für das Jubiläumsjahr vorgesehenen Comicfiguren ohnehin nicht mehr verwendet.

Das Tourismuskonzept, das sich tatsächlich auch an das "Liberal-Intellektuelle Milieu" richte, präsentiert Wolfenbüttel ohne Comic-Figuren. Björn Reckewell verdeutlichte am Donnerstagabend im Ratssaal wie facettenreich das Marketing des Tourismus aufgestellt ist und das man Wolfenbüttel vorrangig von der kulturellen Seite präsentiere.

"Äpfel mit Birnen verglichen"


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FDP-Ratsherr Rudolf Ordon. Foto: privat



Thomas Pink stellte schlussendlich fest, dass die FDP hier "Äpfel mit Birnen" vergleiche und forderte Ordon auf, den Antrag zurückzuziehen, da dieser "völlig an der Sache vorbei" gehe. Zudem appellierte Pink an die Politik das Marketing "doch bitten den Fachleuten" zu überlassen. Ausschussvorsitzende Ulrike Krause stellte fest: "Unserer Fraktion war von vornherein klar, dass es zwei verschiedene Konzepte sind. Der Antrag vermischt beides."

Rudolf Ordon zog den Antrag zur Überarbeitung der Kampagne zurück, merkte jedoch an, dass der Claim "Wohlfühlbüttel" eine Veralberung sei. CDU-Ratsfrau Kerstin Scheithauer widersprach dem, findet es hingegend "witzig und passend" und merkte an: "Da muss man aber auch Humor haben!"


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