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Filmkritik: Der Geilste Tag



Wolfenbüttel

Filmkritik: Der Geilste Tag

von Max Förster


Benno und Andi im Flieger nach Afrika. Foto: Warner Bros. GmbH
Benno und Andi im Flieger nach Afrika. Foto: Warner Bros. GmbH Foto: Warner Bros. GmbH

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Cinestar. Zwei dem Tode geweihte Hospizler begeben sich auf eine letzte große Reise, um das Leben noch einmal in vollen Zügen zu genießen: Kein Novum in der deutschen Filmgeschichte. So erinnert es doch ganz schön an "Knocking on Heavens Door" oder "Vincent will Meer". Trotz frischer und neuer Komik und eingebautem Videoblog, um der Youtube-Generation gerecht zu werden, schafft es der neue "Schweighöfer" nicht, aus dem Schatten seiner Vorgänger hervorzutreten.

Dem Tode nahe entschließen sich der unter Fibrose leidende Andi (Matthias Schweighöfer) und der krebskranke Benno (Florian David Fitz) dazu, ihre letzte große Reise anzutreten, um auf der Suche nach dem geilsten Tag noch einmal das Leben voll auszukosten. Nachdem sie sich das nötige Kleingeld zusammengestohlen hatten, konnte das abenteuerliche Roadmovie in Afrika beginnen, das die beiden Todkranken auf ihrem Weg zum "Geilsten Tag" immer weiter zusammenschweißt.

Versuch, aus dem Schatten zu treten


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"Ein typischer Schweighöfer, man musste mehr lachen als weinen und es hat immer einen Sinn." "Er ist sich für nichts zu schade." Foto: Max Förster



Die Story um zwei todkranke Freunde, die es noch einmal so richtig krachen lassen wollen, ist nicht neu. Dennoch strapazieren die zwei unterschiedlichen Charaktere mit ihren Krankheiten die Lachmuskeln. Da ist einmal der unter Fibrose leidende Andi, der sein erstes Liebesspiel durch Sauerstoffmangel mehrmals unterbrechen muss und der krebskranke Benno, der bei jeglicher ausartender Emotion für kurze Zeit ins Koma fällt. Auch die Generation Y wird bedient. So kann die humorvolle Leidensgeschichte der beiden per Video-Liveblog mitverfolgt werden.





Schade nur, dass der Film seine Stärke nicht bis zum Ende halten konnte und in den letzten 20 Minuten wieder in das Klyschee deutscher Tragikomödien abrutscht und selbst hier schafft er es nicht, aus dem Schatten seiner "Vorgänger" zu treten. Der Film lebt eben nicht von starken Emotionen, sondern von der Komik der piepsigen und schrillen Frauenlacher von Matthias Schweighöfer und des unter Stress, in allen Lebenslagen einschlafenden Florian David Fitz.

Was ist nun der geilste Tag?


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"Es war total witzig."
"Es steckt schon im Namen, es war der geilste Tag." Foto: Max Förster



Was ist nun allerdings der geilste Tag? Das Wiederbeleben nach seinem ersten Mal? Keine Angst mehr zu verspüren, von einem 40 Meter hohen Kran zu fallen oder einfach nur von einer großen Katze angepinkelt zu werden? Schweighöfer und Fitz hatten zumindest knapp zwei Stunden Zeit, es herauszufinden. Feststeht jedenfalls: Allein vom Im-Bett-Rumliegen und auf seinen Tod warten, findet man es nicht heraus.

Trotz nicht ganz so origineller und innovativer Ideen sorgt "Der Geilste Tag" dennoch für ein lustiges Kinoerlebnis, das sich vor allem durch das gut harmonierende Schauspielerpaar auszeichnet.


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