Wolfenbüttel

Fünf vor 12: AWO setzt ein Zeichen gegen Rassismus



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24.03.2014


Wolfenbüttel. Rund 30 Mitarbeiter und Mitglieder der AWO versammelten sich am Freitag um fünf vor 12 vor dem Wohn- und Pflegeheim, um gegen rassistische Tendenzen in der Gesellschaft zu protestieren. In ihren Ansprachen wiesen die Kreisvorsitzende Gabriele Siebert-Paul und Betriebsrat Michael Sandte darauf hin, dass Rassismus immer noch alltäglich ist.

Insgesamt beteiligten sich bundesweit 75 000 Mitglieder und Beschäftigte der AWO an dieser Aktion. „Überall in Deutschland standen um fünf vor zwölf AWO – Mitarbeiter und Mitglieder mit Plakaten, Trillerpfeifen und Trommeln vor den Türen ihrer Einrichtungen und demonstrierten gegen Rassismus“, erklärte AWO-Präsident Wilhelm Schmidt. Der Kern dieser bundesweiten Aktion ist es Rassismus zum Thema zu machen, die Öffentlichkeit wachzurütteln und darüber ins Gespräch zu kommen. Bei der Kampagne „AWO gegen Rassismus – AWO für Vielfalt“ war die gesamte Bandbreite der Verbandsarbeit vertreten: Angefangen von den Kindertagestätten über Beratungseinrichtungen bis hin zu Pflegeeinrichtungen haben viele Beschäftigte lautstark ihre Ablehnung gegen jede Form von Rassismus demonstriert. 5 vor 12 versinnbildlicht dabei den dringenden Handlungsbedarfs im Kampf gegen Rassismus.

„Die große Resonanz aus dem Verband steht für die Ernsthaftigkeit des Engagements der Arbeiterwohlfahrt im Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Es ist immer leicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen und Forderungen zu stellen. Die AWO aber zeigt hier Gesicht und stellt sich öffentlich ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung“, unterstreicht Schmidt. Zahlreiche Menschen mit ausländischen Wurzeln arbeiten in Einrichtungen und Diensten der AWO und sind ein fester Bestandteil des Verbandes. Mit dieser Aktion wird auch nach außen gezeigt, dass eine gleiche Behandlung aller Menschen im Alltag als auch im Beruf für die Gesellschaft das Ziel sein muss. Die Zeit des “Wir“ und „die“ sollte endgültig vergangen sein – auch in den Köpfen!

„Wir müssen gemeinsam versteckten Rassismus im Alltag sichtbar machen. Wenn jemand im Betrieb abfällige Äußerungen über Menschen mit einer anderen Hautfarbe macht oder Menschen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft pauschal bestimmte Eigenschaften zuschreibt, müssen wir uns dagegen entschieden positionieren! Nur so können wir eine offene und fortschrittliche Gemeinschaft sein“, so der AWO Präsident. Deshalb versteht die AWO den heutigen Tag keinesfalls als eine einmalige Aktion. Vielmehr ist der Kampf gegen Rassismus und die Reflektion des eigenen Handelns jeden Tag dringlich. Klar ist: „Die AWO hat diese Ausdauer und wird diesen Weg weiterhin entschieden gehen“, schließt Schmidt ab.


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