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Für Flüchtlinge fehlen 220 Praktikumsplätze in Wolfenbüttel

von Bernd Dukiewitz


MIT klärte über junge Flüchtlinge als Arbeitnehmer auf. Foto: Bernd Dukiewitz
MIT klärte über junge Flüchtlinge als Arbeitnehmer auf. Foto: Bernd Dukiewitz

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30.11.2016

Wolfenbüttel. Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung hielt am Mittwoch in der Carl Gotthard Langhans Schule (CGLS) eine Informationsveranstaltung über die Einbindung von jungen Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Allein auf der CGLS befinden sich rund 100 solcher Schüler.


"Das Ziel ist es natürlich, diese jungen Menschen als Fachkräfte schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren, zumal sie demographisch unserer eigenen Bevölkerung diametral entgegen stehen", erklärte Harald Eitge, Leiter der Agentur für Arbeit in der Region Braunschweig. "Aber das ist kein Prozess, der von heute auf morgen funktioniert. Das Erlernen der Sprache dauert im Optimalfall eineinhalb Jahre, bis man die Leute halbwegs einbinden kann. Und dann kommen eben nochmal drei oder dreieinhalb Jahre Ausbildung obendrauf".

CGLS bietet beste Voraussetzungen für Lehrlinge


Die jungen Flüchtlinge sollen nach Möglichkeit mit den Sprach- und Integrationsprogrammen Sprint und Sprint Dual für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Dafür stünden ihnen Klassenräume zur Verfügung, die alles nötige dafür mitbringen würden. So gebe es unter anderem Lehrwerkstätten für Mechatroniker, Handwerker und sogar einen Lehrraum für Verkaufsjobs.

Fachkräftemängel droht - 220 Praktikumsplätze in Wolfenbüttel nötig


Eitge betonte, dass es momentan eine große Chance sei, diese jungen Flüchtlinge in Betriebe einzubinden, da sich in vielen Berufsfeldern wie dem Bau schon jetzt ein Fachkräftemangel abzeichnet, der so gestoppt werden könne. Schulleiter Peter Walte berichtet in dem Zusammenhang: "Wir haben einen Lehrraum für Bauarbeitsfachkräfte, den wir nicht mehr füllen können, weil wir den Unterricht nicht mehr anbieten. Wir würden es zwar sehr gerne, aber wir hatten im letzten Jahr nur noch sechs interessierte Jugendliche".

Um dem Mangel entgegentreten zu können, brauchen die Sprint-Schüler allerdings Praktikumsplätze, die Voraussetzung für einen Abschluss sind. An dieser Stelle sei die regionale Wirtschaft gefordert, erklärte Walte: "Wir würden gerne jeden unterbringen, um ihn in Verdienst zu bringen. Aber natürlich eignet sich nicht jeder".


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