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Gerhart-Hauptmann-Schule: Verwaltung gegen Umbenennung



Goslar

Gerhart-Hauptmann-Schule: Verwaltung gegen Umbenennung

von Frederick Becker


Symbolfoto: Pixabay
Symbolfoto: Pixabay Foto: pixabay

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Bad Harzburg. Die Gerhart-Hauptmann-Schule soll künftig nicht den Namen "Grundschule am Krodotal" tragen, das schlägt die Stadtverwaltung den politischen Gremien vor. Zunächst wird der Schulausschuss am morgigen Dienstag die Angelegenheit besprechen.



"Dem Antrag des Schulvorstandes der Gerhart-Hauptmann-Schule vom 9. November 2017, die Gerhart-Hauptmann-Schule in „Grundschule am Krodotal“ und folgerichtig die Außenstelle Westerode in „Grundschule am Krodotal Außenstelle Westerode“ umzubenennen, wird nicht entsprochen",schlägt die Stadtverwaltung den Politikern vor.

"Eine Namensänderung wurde in den vergangenen Jahren schulintern bereits mehrfach diskutiert", erklärt die Verwaltung. In seiner Schulvorstandssitzungim vergangenen November habe das Gremium die Namensänderung beschlossen und dem Schulträger zur Entscheidung vorgelegt. Als wesentliche Gründehabe der Schulvorstand der Gerhart-Hauptmann-Schule folgende Punkte genannt:



  • Gerhart-Hauptmann (1862 bis 1946) war ein herausragender deutscher Schriftsteller sowie Regisseur und befasste sich schwerpunktmäßig mit Prosa, Lyrik, vorzugsweise aber auch mit Dramen. In seinem Lebenslauf gibt es keinerlei Assoziationen zum Primarbereich. Deshalb findet sich sein Name überwiegend bei weiterführenden Schulen wieder.

  • Der gewünschte Name hat in Deutschland Alleinstellungsmerkmal und erhält zudem denHinweis, dass es sich um eine Grundschule handelt.

  • Er identifiziert sich mit der zentralen Lage der Schule inmitten der Stadt Bad Harzburg.


  • Das Krodotal nimmt eine bedeutende Position im Marketingbereich des Schulträgers ein. Möglicherweise können Veranstaltungen seitens der Schule mit genutzt oder auch eingebracht werden. Die Krodofigur ist zudem grundschulgerecht und kann Anlass für viele kreative Anregungen sein.



Die Verwaltung sieht "trotz beziehungsweise gerade wegen der angeführten Gründe keine zwingende Notwendigkeit, die in der Stadt Bad Harzburg und im Landkreis Goslar bekannte Gerhart-Hauptmann-Schule umzubenennen". Sie trage seit ihrer Einweihung im Jahr 1954 den Schulnamen „Gerhart-Hauptmann“, damals noch Volksschule. Zum 1. August 1975 wurde die Gerhart-Hauptmann-Schule Grundschule mit dem Einzugsbereich Stadtteil Bad Harzburg, Eckertal, Torfhaus und Bastesiedlung. "Über viele Jahrzehnte war die Schule somit für unzählige Schülerinnen und Schüler identitätsstiftend. Tausende Zeugnisse tragen auch weiterhin die Namen der Schulabsolventen", betont die Stadtverwaltung.

Keine unnötigen Änderungen


Änderungen von Straßen-, Schul- oder Ortsnamen sollten immer auf das Notwendigste beschränkt bleiben. "Änderungen führen immer zu Aufwand (Schilder, Stempel, Stadtpläne, etc.) und manchmal zu Verwirrung". Sollte eine Umbenennung der Gerhart-Hauptmann-Schule überhaupt in Erwägung gezogen werden, wäre eine Umbenennung in Grundschule Bad Harzburg konsequent. "Denn diesentspräche der inhaltlichen Namensgebung der übrigen Bad Harzburger Grundschulen nach dem jeweiligen Stadtteil (Bündheim, Harlingerode und Westerode)". Auch dies würde ein Alleinstellungsmerkmal sein, jedoch dürfe bezweifelt werden, "dass es außerhalb von Bad Harzburg überhaupt von Interesse ist, wie unsere Grundschule heißt."

An der Tradition der Schule solle aber auch im Hinblick auf unsere Partnerstadt Schreiberhau/Szklarska Poręba festgehalten werden. Bei den Fahrten dorthin ist der Besuch des Carl und Gerhart Hauptmann Hauses ein fester Bestandteil des städtepartnerschaftlichen Programms. Die Streichung des Namens in Bad Harzburg sei zumindest ein "unglückliches Signal."

Die Namensgebung ist in § 107 NSchG geregelt. Danach kann der Schulträger im Einvernehmen mit der Schule dieser einen Namen geben. Über einen entsprechenden Vorschlag der Schule hat der Schulträger zu entscheiden. Eine Zustimmung der Niedersächsischen Landesschulbehörde ist nicht erforderlich.


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