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Gesamtschulen: Diskussion um Übernahme der Schulträgerschaft

von Max Förster


Stadt strebt die Übernahme der Trägerschaft der IGS Wallstraße (im Bild) und der Henriette-Breymann-Gesamtschule an. Foto: Anke Donner
Stadt strebt die Übernahme der Trägerschaft der IGS Wallstraße (im Bild) und der Henriette-Breymann-Gesamtschule an. Foto: Anke Donner Foto: Anke Donner)

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17.03.2016


Wolfenbüttel. Der Antrag der CDU, die Schulträgerschaft der Gesamtschule Wallstraße und Henriette-Breymann-Schule vom Landkreis zum Schuljahresbeginn 2017/2018 zu übernehmen, hat in den letzten Tagen für heiße Diskussionen in den Gremien der Stadt Wolfenbüttel gesorgt, so auch bei der jüngsten Ratssitzung.

Der Antrag seitens der CDU wurde am 14. März an die Verwaltung der Stadt gerichtet. Um eine solche Übernahme zu gewährleisten, sieht der Antrag vor, dass entsprechende Schritte von der Verwaltung vorbereitetet und eine kontinuierliche Berichterstattung in den Ratsgremien erfolgen soll. Als Grund für diesen Antrag, wird eine nachhaltige Stärkung und Kooperation beider Gesamtschulen mit den anderen Schulen genannt, die sich in städtischer Trägerschaft befinden.

CDU: Orientierung geben



Prof. Dr. Christoph Helm: "Uns geht es nicht darum, hier gegen den Landkreis zu wettern". Foto: Raedlein



"Uns geht es nicht darum, hier gegen den Landkreis zu wettern", erklärte Professor Dr. Christoph Helm von der CDU, "sondern wir wollen einen Fürsorgecharakter zeigen." Es gehe demnach darum, so der CDU-Politiker, eine pädagogische Zusammenarbeit der Schulen zu erzielen. Zudem wolle man eine Schulpolitik, die eine Orientierung gibt, erklärte CDU-Ratsmitglied Birgit Oppermann. "Wenn es die Möglichkeit gibt, die Schulträgerschaft zu erlangen, dann sollten wir auch versuchen, sie zu bekommen", sagte sie.

SPD: Zusammenarbeit mit Kreis nicht auf's Spiel setzen



Dörthe Weddige-Degenhardt: "Zusammenarbeit nicht auf's Spiel setzen". Foto: Privat



Die pädagogische Zusammenarbeit, die die CDU damit erreichen möchte, sei weder durch den Landkreis noch durch die Stadt großartig zu beeinflussen, dafür sei der Schulvorstand verantwortlich, erklärte Dörthe Weddige-Degenhardt von der SPD. Zudem sollen beide Schulen bestätigt haben, mit der Trägerschaft des Landkreises zufrieden zu sein. Da man bezüglich der Schulpolitik auch weiterhin auf dem Landkreis angewiesen sei, "sollte man die Zusammenarbeit nicht auf's Spiel setzen", so Dörthe Weddige-Degenhardt. Des Weiteren machte sie auf die Kosten in geschätzter Höhe von einer Million Euro jährlich aufmerksam, die durch die Übernahme der Trägerschaft zu erwarten seien. "Wir müssten eine Packe Geld anfassen. Hier werden eine Million Euro einfach so rausgeworfen", pflichtete Ralf Achilles seiner Fraktionskollegin bei.

Bündnis 90/Die Grünen: Planungssicherheit geben



Jürgen Selke-Witzel: Schülerströme besser lenken Foto: privat



Jürgen Selke-Witzel von den Grünen betonte, dass es für Eltern, Schüler und Lehrer an sich keinen Unterschied mache, wer die Trägerschaft übernimmt. Er sehe allerdings strategische und pragmatische Gründe, die für eine Trägerschafts-Übernahme seitens der Stadt spreche. So könnten Schülerströme beispielsweise besser gelenkt, verschiedene Optionen angeboten und eine Planungssicherheit gewährleistet werden. Konfliktpotenzial zwischen Landkreis und Stadt sehe er nicht, da in den beiden Verwaltungen momentan auch keine Diskrepanzen vorhanden seien.

FDP:  Schulpolitik des Kreises gescheitert



Rudolf Ordon: "Der Landkreis hat gezeigt, dass er Schulpolitik nicht kann." Foto: Max Förster



"Der Landkreis hat gezeigt, dass er Schulpolitik nicht kann", betonte Rudolf Ordon von der FDP. Er sei damit überfordert und ihm fehle die nötige Stringenz, so der FDP-Politer. Das sei auch bereits beim Thema Fortsetzung der Schulsozialarbeit der Fall gewesen, führte er weiter aus. Deswegen sei es wichtig, hier nun die Hoheit und somit die Trägerschaft über die Schulen zu erlangen, so Rudolf Ordon.

23 dafür, 15 dagegen


Die unterschiedlichen Meinungen spiegelten sich auch im Ergebnis wider. Von 38 anwesenden Ratsmitgliedern stimmten 15 gegen die Entscheidung, einen Trägerschaftswechsel anzustreben. Trotzdem sprach sich der Rat nun mehrheitlich dafür aus, die Übernahme der Trägerschaft der beiden Gesamtschulen anzustreben.


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