Grausame Feldarbeit: Der qualvolle Tiertod durch den Mähdrescher

12. Juni 2018
Unzählige Tiere sind schon den unerbittlich rotierenden Kreiseln zum Opfer gefallen. Fotos: NABU
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Goslar. Rund 100.000 junge Rehkitz sterben jedes Jahr in Deutschland einen qualvollen Tod durch die Mähdrescher in der Landwirtschaft. Das Projekt „Rehkitzrettung“ im Landkreis Goslar, das von der NABU Kreisgruppe Goslar, den Landwirten (Landvolk) und den Jägern (Goslar und Seesen) durchgeführt wird, soll helfen Unfälle zu vermeiden.

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Fast täglich sind die Helfer des gemeinsamen Projekts unterwegs, geht aus einer Pressemitteilung der Helfer hervor. Morgens ab 3.30 Uhr und abends ab zirka 20.30 Uhr sind die Helfer, teilweise in drei Gruppen, unterwegs.

Nach Anforderung durch die Landwirte und in Begleitung der jeweiligen Jagdbevollmächtigten des Gebietes werden die Wiesen, vor dem Mähen, durch einem Kopter (Drohne) mit einer hochauflösenden Infrarotkamera, abgesucht.

Diese erfolgreiche Arbeit werde vermutlich noch zirka zwei Wochen so weiter laufen. Aktuelle befände man sich bereits in der vierten Woche. Eine Drohne, vom NABU Goslar, wurde durch die BINGO Stiftung finanziert. Die anderen beiden Gruppen fliegen mit privaten Drohnen.

Mit solchen Drohnen spüren die Helfer die Tiere auf.

Bis zu zwei „Piloten“ und zirka drei bis vier Helfer stellen eine Einsatzgruppe dar. Die Koordination der Einsätze erfolgt über die NABU Kreisgeschäftsstelle in Goslar. Landwirte und Jäger können sich, ohne jede Verpflichtung, an die Gruppe wenden und deren Einsatz abrufen.

Das Projekt laufe äußerst erfolgreich und viele Kitze seien schon vor dem „Mähtod“ bewahrt worden. Im Rahmen dieses Projektes werden „Drohnenpiloten“ ausgebildet, die den entsprechenden Befähigungsnachweis ablegen können.

Es fehlt Geld für den Tierschutz

Das 2018 gestartete Projekt soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Hierzu werden die „Drohnenpiloten“ und Helfer ausgebildet. Die Drohnen können auch in vielen Situationen des Natur- und Umweltschutzes erfolgreich eingesetzt werden. Die Einsätze werden durch Genehmigung des Landesluftfahrtamtes und wenn erforderlich nach Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Goslar, abgewickelt.

Auch hier stehe immer das Tierwohl im Vordergrund. „Wir wollen das unerträgliche Leid, der in den Wiesen lebenden Geschöpfe, so gut es geht, mindern“, so die Projektverantwortlichen.

„Dass dies mit der einen Drohne des NABU nicht dauerhaft funktionieren kann, ist uns durchaus bewusst. Hier benötigen wir die weitere Hilfe der Beteiligten, von Unternehmen und Personen aus der Bevölkerung. Die eine oder andere Drohne von Privatpersonen hilft mal in Notsituationen, kann aber kein Dauerzustand werden. Schlicht aber wahr – wir brauchen Geld. Geld mit dem wir weitere Drohnen erwerben können und mit dem wir die Ausbildung der Retter sicher stellen können.“

Mehr als 100.000 tote Rehkitze

Weit mehr als 100.000 Kitze würden  jedes Jahr bei Mäharbeiten auf erbärmliche, unmenschliche Weise sterben. Dies betreffe auch viele andere Tiere, wie Hasen und Vögel (Rebhühner).

Wolfgang Moldehn vom NABU Goslar sagt: „Bitte, bitte helfen sie uns dieses Elend endlich beenden oder lindern zu können. Wir wissen, welch schwierige Aufgabe hier auf uns wartet. Aber – wollen wir weiter vor diesen grausamen Vorgängen die Augen verschließen? Ich bin in den letzten Jahren mehrfach zu solchen Unglücksstellen gerufen worden. Vorige Woche mussten wir wieder zweimal solch ein Elend erleben. Das geht durch Mark und Bein. Auch den Landwirten, denen es leider passiert ist. Helfen sie uns bitte mit einer Spende. Helfen sie diesen bedrohten Geschöpfen.

Wir wissen manchmal nicht mehr wie wir die vielen Aufgaben noch finanzieren können. Der Kitzschutz ist jetzt noch dazu gekommen und wir benötigen neben unseren ehrenamtlichen Helfern, dringend Mittel für die Beschaffung weiterer, besserer Drohnen.“

Spendenkonto

IBAN: DE73268900191044687700
BIC: GENODEF1VNH
Verwendungszweck: „Rehkitzrettung“

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