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Grüne in Schladen: Biorüben als Zukunftschance



Wolfenbüttel

Grüne in Schladen: Biorüben als Zukunftschance


Werksführung mit Dr. Vietmeier. Foto: Angelika Uminski
Werksführung mit Dr. Vietmeier. Foto: Angelika Uminski Foto: privat

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Schladen. Kurz vor Ende der Rübenkampagne besuchte eine Gruppe der Grünen aus dem Landkreis Wolfenbüttel die Zuckerfabrik in Schladen. In einer sehr anschaulichen Präsentation informierte der Betriebsleiter Dr. Vietmeier über die Fabrik, den Standort und auch die neuen Herausforderungen, die sich durch das Auslaufen der Zuckermarktordnung ergeben werden.



So muss nun der heimische Rübenzucker mit dem importierten Rohrzucker direkt konkurrieren. Da der Zuckerverbrauch in der EU wahrscheinlich nicht mehr gesteigert werden kann – und aus gesundheitlichen Gründen wohl auch nicht weiter steigen sollte – versucht man in Schladen seit dieser Kampagne neue Wege zu beschreiten. Das berichtet Ulrike Siemens, Sprecherin des Kreisverbandes Wolfenbüttel von Bündnis 90/Die Grünen.

Das erste Mal seit mehr als zehn Jahren hat das Unternehmen Biorüben verarbeitet, ein Wachstumsmarkt, da seit Jahren die Nachfrage nach Biozucker ständig steigt und derzeit durch importierten Biorohrzucker befriedigt werden muss. Diese Maßnahme kann auch dazu beitragen, den Standort Schladen zu sichern, der große wirtschaftliche Bedeutung für den gesamten Bereich hat, wie der Ratsherr der Grünen für Schladen-Werla, Dr. Sven Hagemann, betonte. Zuständig für das Biosegment ist Herr Hankemeyer, der geduldig alle Fragen der Besucher beantwortete.


Probelauf war erfolgsversprechend


Bisher ist der Biobereich noch sehr überschaubar: Von 103 Tagen der Kampagne entfielen darauf lediglich anderthalb, direkt zu Beginn der Kampagne, um den strengen Vorschriften zu genügen, die für Bioprodukte gelten. Durch dieses Vorgehen sollte eine Vermischung mit konventionell erzeugten Rüben ausgeschlossen werden. Der diesjährige Probelauf, der streng überwacht und zertifiziert wurde, war so erfolgversprechend, dass nun für die kommenden Jahre noch deutlich mehr Landwirte vom Bioanbau überzeugt werden sollen.

Michael Fehse vom Biobetrieb Gielde, dessen Rüben auch in Schladen verarbeitet worden sind, meinte: „Wenn wir mehr konventionelle Bauern davon überzeugen können auf Bio umzustellen und so mehr Ökorübenbetriebe in der Gegend hätten, dann könnten wir Maschinen etc. gemeinschaftlich nutzen.“ Auch Transportwege würden sich verkürzen, Biozucker könnte noch ökologischer und auch wirtschaftlicher produziert werden.

Unsicherheitsfaktor Unkraut


Größte Unwägbarkeit bei den Biorüben ist die Beseitigung der Un- oder Beikräuter, die manuell erfolgt und deren Umfang bei der Aussaat nicht absehbar ist. Dem Umstand, dass Biorübenäcker mit der Hacke und nicht chemisch bearbeitet werden, konnte Herr Hankemeyer von der Zuckerfabrik aber durchaus auch Positives abgewinnen, denn „Eisen erzeugt keine Resistenzen.“

Aufgrund der vielen Fragen gab es erst bei beginnender Dunkelheit eine Betriebsführung durch Herrn Dr. Vietmeier, der den Weg der Rübe von der Anlieferung bis zu den Verarbeitungstanks und Silos zeigte und erklärte. Der Vorstand der Grünen im Kreis Wolfenbüttel, vertreten durch Dr. Michael Haas, Ulrike Krause, Pieter Welge und Ulrike Siemens, bedankte sich nach mehr als drei Stunden in der Zuckerfabrik bei Herrn Dr. Vietmeier für einen spannenden und aufschlussreichen Nachmittag, der neue Perspektiven auch für den Biolandbau aufgezeigt hat.


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