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Bundesweites Aus für Weihnachtsmärkte und Großveranstaltungen gefordert



Bundesweites Aus für Weihnachtsmärkte und Großveranstaltungen gefordert

Der Vorsitzende des Weltärztebundes Frank Ulrich Montgomery warnt vor gefährlichen neuen Mutationen. Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert ein konsequenteres Handeln.

von Alexander Dontscheff


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Symbolbild Foto: pixabay

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Deutschland. Derzeit wird täglich ein neuer Höchststand an Corona-Neuinfektionen in Deutschland gemeldet. Gleichzeitig gibt es Nachrichten über eine neue, noch gefährlichere Variante des Virus, die sich im Süden Afrikas ausbreite, aber bereits auch schon in Europa nachgewiesen wurde. Der Vorsitzende des Weltärztebundes Frank Ulrich Montgomery fordert daher in einem Interview mit der Funke Mediengruppe weitergehende Maßnahmen wie die Schließung aller Weihnachtsmärkte in Deutschland. Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund sieht Bedarf für strengere Regelungen. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass Großveranstaltungen wie etwa volle Fußballstadien derzeit komplett unangebracht seien.



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Montgomery rechne mit einer doppelten Corona-Inzidenz binnen zehn Tagen: „In der Nikolauswoche könnten wir Inzidenzen zwischen 700 und 800 haben“, so der Vorsitzende des Weltärztebundes. Alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, die jetzt noch ergriffen würden – selbst Kontaktbeschränkungen oder Lockdowns – würden erst mit einer Verzögerung von zwei Wochen zu wirken beginnen. Dennoch müsse man sofort handeln und die Kontakte strikt reduzieren. „Wir sollten deswegen die Weihnachtsmärkte bundesweit schließen", so Montgomery. Es bringe nichts, die Weihnachtsmärkte in der einen Region zu verbieten, wenn die Leute dann in eine andere fahren würden, wo sie noch geöffnet seien. Außerdem sollten Länder und Kommunen zu Silvester größere Feiern, Feuerwerk und private Böllerei flächendeckend verbieten.

"Keine Chance zur Mutation geben"



Frank Ulrich Montgomery warnt zudem vor der Entstehung weiterer gefährlicher Varianten des Coronavirus. „Meine große Sorge ist, dass es zu einer Variante kommen könnte, die so infektiös ist wie Delta und so gefährlich wie Ebola“, sagte er in dem Interview mit der Funke Mediengruppe. Die neue südafrikanische Variante B.1.1.529, inzwischen Omikron Variante getauft, sei ein gutes Beispiel dafür, dass man dem Virus keine Chance zur Mutation geben dürfe. Um weitere Varianten zu verhindern, werde es nötig sein, die Welt noch jahrelang zu impfen, sagte Montgomery.

"Notwendige Rechtsgrundlage fehlt"


Auch Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, sieht dringenden Handlungsbedarf. "Unser Gesundheitssystem kommt an seine Grenzen. Eine weitere, möglicherweise noch gefährlichere Virus-Variante ist in Südafrika aufgetreten. Volle Fußballstadien und Großveranstaltungen gehen in dieser kritischen Phase der Pandemie nicht und setzen ein vollkommen falsches Signal", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die bisher von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen reichten zur wirksamen Bekämpfung der Pandemie nicht aus. "In Teilgebieten Deutschlands mit extrem hohen Inzidenzzahlen wird es ohne einen Lockdown nicht gehen", so Landsberg. Mit dem Auslaufen der epidemischen Notlage fehle dafür allerdings die notwendige Rechtsgrundlage. Hier sei die künftige Ampel-Koalition von SPD, Grünen und FDP gefordert, im Bundestag noch vor der Weihnachtspause erneut die epidemische Notlage festzustellen, um so die Länder wieder handlungsfähig zu machen.


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