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Braunschweig: Impfzentrum könnte bis zu 27.000 Impfungen pro Woche leisten



Impfzentrum der Stadt Braunschweig könnte bis zu 27.000 Impfungen pro Woche leisten

Die Stadt hat dem Land durch die Darstellung verschiedener Szenarien mitgeteilt, dass im Impfzentrum mittelfristig bis zu 27.000 Impfungen pro Woche erfolgen könnten.

Symbolbild
Symbolbild Foto: Rudolf Karliczek

Braunschweig. Das Land Niedersachsen hat den Kommunen per Erlass vom 3. März 2021 auf Grundlage vorliegender avisierter Liefermengen an Impfstoffen aufgegeben, die Impfkapazitäten in den Impfzentren kurzfristig auszuweiten. Für das Impfzentrum Braunschweig würden die direkten Vorgaben des Landes eine Verdopplung der Kapazitäten von aktuell 1.000 Impfungen pro Tag auf 2.000 Impfungen pro Tag bedeuten. Die Stadt kommt dieser Anforderung nach und hat ihrerseits dem Land am heutigen Tage durch die Darstellung verschiedener Szenarien mitgeteilt, dass im Impfzentrum mittelfristig bis zu 27.000 Impfungen pro Woche erfolgen könnten. Ob dies tatsächlich erfolgt, hängt ausschließlich an den Impfstofflieferungen des Landes beziehungsweise der Freigabe vorgeschlagener Szenarien durch das Land. Dies teilt die Stadt Braunschweig mit.



Die Erlasslage des Landes sehe vor, dass im Impfzentrum bis zu acht Impfstraßen betrieben werden dürfen. Aufgrund der bislang gelieferten Impfstoffmengen seien derzeit sieben Impfstraßen in Betrieb. Dadurch hätte das Impfzentrum Braunschweig vergangene Woche erstmals deutlich über 1.000 Impfungen pro Tag vornehmen können. Die kurzfristigen Planungen würden vorsehen, die Impfkapazitäten des Zentrums im Vollbetrieb mit acht Impfstraßen weiter zu steigern, um die Zielmarke von 1.600 Impfungen pro Tag zu erreichen. Dies würde ein Wochenwert, bei einer Fünftagewoche, von bis zu 6.400 Impfungen bedeuten. Bislang sei dies auch vollkommen ausreichend, da die angekündigten Liefermengen an Impfstoff für den Monat März gar nicht mehr hergeben.

"Wir haben nun dem Land verschiedene Szenarien zur Erhöhung der geforderten Impfleistung vorgelegt", sagt Organisationsdezernent Dr. Thorsten Kornblum als Leiter der Task Force "Impfzentrum". "Da der administrative Aufwand bei den Zweitimpfungen deutlich reduziert ist, können wir bei unseren ursprünglichen Planungen mit acht Impfstraßen und einem zusätzlichen Arzt bereits auf 15.360 Impfungen pro Woche kommen. Dabei ist die Erweiterung der Öffnungszeit auf den Samstag bereits eingeschlossen. Wir bereiten uns deshalb darauf vor, nach Ostern die Bürgerinnen und Bürger auch samstags zu impfen. Bei einer flexiblen Ausweitung der Betriebszeiten von zwei Stunden täglich bei einer Sechs-Tage-Woche sind demnach 19.200 Impfungen pro Woche möglich. Ein weiteres Szenario ist die Ausweitung der wöchentlichen Betriebszeiten auf zwölf Stunden bei einer Sieben-Tage-Woche, wonach bis zu 27.000 Impfungen pro Woche erfolgen könnten."



"Wir treten damit organisatorisch erneut in Vorleistung. Entscheidend ist, dass wir vom Land auch entsprechend mehr Impfstoff erhalten, um die Impfkapazitäten ausschöpfen zu können", stellt Dr. Kornblum klar. "Aufgrund der ungenügenden Verfügbarkeit des Impfstoffes machte die Ausweitung der Öffnungszeiten auf die Wochenenden bisher einfach keinen Sinn. Insoweit ist der Vorwurf des Landes, an Sonntagen keine Impfungen vorzunehmen, unberechtigt, da bislang dies nur den Effekt gehabt hätte, dass an den Werktagen weniger Impfungen erfolgt wären. Erweiterte Öffnungszeiten führen logischerweise auch zur Ausweitung unserer Personalkapazitäten. Der flexible Einsatz der mobilen Teams in den Impfstraßen wird diese anvisierten Steigerungen nicht auffangen können. Vor dem Hintergrund haben wir dem Land ein flexibles Angebot unterbreitet und stehen bereit, um in Abhängigkeit der Impfstoffmengen nach Genehmigung des Landes die Kapazitäten hochzufahren."


Zusätzliche Mitarbeiter eingearbeitet


Aktuell seien acht zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Terminkoordinierung des Impf-Angebots mit Vakzin des Herstellers AstraZeneca eingearbeitet worden. Die Impfkapazität mit diesem Impfstoff habe dadurch deutlich gesteigert werden können. Nach wie vor sei aber der administrative Aufwand für die Terminkoordinierung der priorisierten Personen- und Berufsgruppen für das Impfzentrum sehr hoch, betont Dr. Kornblum.


Ab April sollen, so habe es das Land Niedersachsen angekündigt, auch die niedergelassenen Ärzte in die Impfungen einbezogen werden. In zwei Braunschweiger Schwerpunktpraxen, einer Dialyse- und einer Onkologischen Praxis, werden im Rahmen eines Pilotprojekts schon im Zuge der laufenden Therapien Patienten geimpft.

Dr. Thorsten Kornblum: "In Braunschweig haben bereits weitere Praxen ihre Bereitschaft angekündigt, mit dem Impfzentrum zu kooperieren und ebenfalls zu impfen. Darüber hinaus steht das Impfzentrum im engen Kontakt mit Betriebsärzten großer Unternehmen, die sich darauf vorbereiten, die Belegschaft zu impfen. Auch dies haben wir dem Land mitgeteilt. Wir könnten hier sehr viel schneller als vom Land angekündigt die Kooperation mit den Ärztinnen und Ärzten starten und sie als zweite Säule in das System holen. Die Haus- oder Fachärzte könnten jetzt schon, vor allem für chronisch Erkrankte und deren Angehörige, eine wichtige Rolle bei der Impfung einnehmen. Zudem wollen wir mit dem Impfzentrum nicht in Konkurrenz zu den Ärzten treten, sondern möchten hiermit unseren Teil dazu beitragen, dass viele Bürgerinnen und Bürger Braunschweigs sehr schnell die ersehnte Impfung erhalten können."

Über 70-Jährige können bald geimpft werden


Das Land Niedersachsen habe angekündigt, auch Personen mit bestimmten schweren Erkrankungen der Priorisierungsgruppe 2 sowie engen Kontakt-personen von Schwangeren und pflegebedürftigen Menschen zeitnah ein Impf-Angebot zu machen. Liege eine entsprechende medizinische oder berufliche Indikation vor, könne telefonisch oder online ein Termin über das Terminmanagement für eine Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca vereinbart werden.

Für die ebenfalls zur Prioritätsgruppe 2 gehörenden Personen mit einem Alter über 70 Jahren solle es ebenfalls möglich sein, in den nächsten Tagen einen Impf-Termin über das Terminmanagement zu vereinbaren. Derzeit, so das Land, werde ein Schreiben für die Über-70-Jährigen mit den entsprechenden Informationen vorbereitet. Anders als bei dem Informationsschreiben für das Impf-Angebot an die Über-80-Jährigen greife das Land diesmal auf die Daten der kommunalen Einwohnermeldeämter zurück.

So ist der aktuelle Stand der Impfungen


Insgesamt wurden in Braunschweig bereits 25.731 Impfungen vorgenommen. Bei 17.244 handele es sich dabei um Erstimpfungen. Die Impfquote liege bezogen auf die Einwohnerzahl von Braunschweig bei 6,95 Prozent (erst- und Zweitimpfung).


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