Braunschweig

"Jenny Jannowitz": Uraufführung am 9. Oktober



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25.09.2014


Braunschweig. Karlo Kollmar hat verschlafen. Nicht nur ein paar Minuten oder Stunden, nein, gleich den ganzen Winter. Er hetzt zur Arbeit, aber sein Chef sieht es gelassen. Alles eine Frage der Perspektive: Für heute zu spät, für morgen zu früh. Die Welt dreht sich weiter. Aber Karlo hat das Gefühl, dass sie sich immer schneller dreht und er nicht mithalten kann, nicht mehr Herr des eigenen Lebens ist. Nichts hat mehr Bestand und ist verlässlich. Die Menschen und Städte um ihn herum tragen zwar neue Namen, unterscheiden sich aber nicht. Bis auf diese mysteriöse Jenny Jannowitz. Sie hat Zeit und zwingt Karlo zum Anhalten, zum Durchatmen.

»Es ist ein Stück zur heutigen Zeit. Eine atemlose Farce über den Wahnsinn der Flexibilität, die beschreibt, was passiert, wenn wir das Leben immer weiter beschleunigen, unendlich mobil sind, uns die Optionen erschlagen. Wer könnte sich da nicht wieder erkennen.« (Deutschlandfunk)

Michel Decars Stück »Jenny Jannowitz« wurde mit dem Kleist-Förderpreis 2014 für junge Dramatik ausgezeichnet und bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen in der Regie von Catja Baumann uraufgeführt.

Catja Baumann studierte Regie am Mozarteum Salzburg. Sie war Regieassistentin am Theater Heidelberg und am Schauspiel Stuttgart, wo sie 2009 »La Línea« von Ann Jaramillo inszenierte. 2010 war sie mit der Inszenierung zu den Lessing-Tagen am Thalia Theater Hamburg eingeladen. Im selben Jahr inszenierte sie »Die Demjanjuk- Prozesse« am Theater Heidelberg und eröffnete mit »Romeo und Julia« die neue Spielstätte Nord am Schauspiel Stuttgart, die sie zwei Jahre lang leitete. Jüngst inszenierte sie am Nationaltheater Mannheim »Kleiner Mann(heimer) - was nun?« nach Hans Fallada. In Braunschweig führte sie 2011/2012 Regie bei »Verrücktes Blut«.

Inszenierung Catja Baumann Bühne und Kostüme Linda Johnke Dramaturgie Katrin Breschke Mit Tobias Beyer, Andreas Bißmeier, Bea Brocks, Martina Struppek, Raphael Traub, Rika Weniger

Aufgrund von Erkrankung im Ensemble und den damit verbundenen Umbesetzungen verschiebt sich die Uraufführung von »Jenny Jannowitz« in Braunschweig am 2. Oktober auf den zweiten Vorstellungstermin am 9. Oktober um 20 Uhr in der Hausbar.


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