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Notfalls mit Eintrittsgeld: Braunschweiger Weihnachtsmarkt soll stattfinden

Der städtische Wirtschaftsausschuss behandelt am Freitag einen SPD-Antrag zu möglichen Varianten des diesjährigen Weihnachtsmarktes. Das Stadtmarketing möchte die Veranstaltung in jedem Fall retten.

von Alexander Dontscheff


Kann der Braunschweiger Weihnachtsmarkt in diesem Jahr stattfinden? Archivbild
Kann der Braunschweiger Weihnachtsmarkt in diesem Jahr stattfinden? Archivbild Foto: regionalHeute.de

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03.09.2020

Braunschweig. Letzten Freitag einigten sich die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder darauf, das Verbot von Großveranstaltungen wie Jahrmärkten und Volksfesten bis Ende des Jahres zu verlängern (regionalHeute.de berichtete). Spätestens da sollte dem Letzten klar geworden sein, dass der Braunschweiger Weihnachtsmarkt in diesem Jahr nicht so stattfinden kann wie gewohnt und von vielen geliebt. Doch das endgültige Aus bedeutet dies noch lange nicht. In seiner Sitzung am morgigen Freitag beschäftigt sich der städtische Wirtschaftsausschuss mit dem Thema. Und in einer aktuellen Pressemitteilung betont die Braunschweig Stadtmarketing GmbH, die Veranstaltung unbedingt durchführen zu wollen.


Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte in der gemeinsamen Pressekonferenz mit Angela Merkel am Freitag betont, dass man über das Thema noch gesondert sprechen wolle und ausdrücklich die Möglichkeit von Weihnachtsmärkten mit einem entsprechenden Hygienekonzept und bei niedrigen Infektionszahlen in Aussicht gestellt. Auch die Niedersächsische Landesregierung erklärte am gestrigen Mittwoch, dass es Gespräche mit dem Schaustellerverband und den Kommunen über alternative Konzepte geben soll.

"Für manche Schaustellerbetriebe das sichere Aus"


Bereits im Juli hatte die SPD-Fraktion einen Antrag eingebracht, man möge sich frühzeitig um Konzepte für den Weihnachtsmarkt in Zeiten der Corona-Pandemie kümmern. Für die morgige Sitzung des Wirtschaftsausschusses wurde nun eine abgeänderte Fassung eingereicht. Weitere Einbrüche im Weihnachtsgeschäft würde für manche Schaustellerbetriebe das sichere Aus bedeuten, befürchtet die SPD. Der Braunschweiger Weihnachtsmarkt sei nicht nur für das Weihnachtsgeschäft, sondern auch für die Belebung der Innenstadt von herausragender Bedeutung.

In Gesprächen mit den hiesigen Akteuren, dem Schaustellerverband, dem Arbeitsausschuss Innenstadt, der Feuerwehr, der Polizei und der ALBA Braunschweig sollten laut SPD zeitnah Planungsvarianten erarbeitet werden, die die Durchführung eines möglicherweise dezentralen Weihnachtsmarktes 2020 zum Ziel haben. Dabei sollte sowohl eine räumliche Erweiterung des Marktes als auch eine mögliche Verringerung der Standgebühren in Betracht gezogen werden. Ebenso könnte eine Differenzierung zwischen den einzelnen Fahrgeschäften geprüft werden, also inwieweit diese geeignet sind, trotz Corona-Auflagen geöffnet zu werden. Alle bisherigen Marktbetreiber seien entsprechend zu berücksichtigen.

Eintrittsgeld und Zugangskontrollen?


„Der Braunschweiger Weihnachtsmarkt soll stattfinden. Das ist das Ziel, das wir verfolgen“, betont Gerold Leppa, Geschäftsführer des Stadtmarketings. „Die Planungsmöglichkeiten sind derzeit aber leider begrenzt, da es gilt, die dann gültige Landesverordnung umzusetzen. Noch ist nicht abzusehen, wie diese aussehen könnte und die Landesregierung hat sich noch nicht positioniert. Das erschwert unsere Vorbereitungen und macht eine abschließende Bewertung unmöglich.“ Aktuell überlege das Stadtmarketing, welche möglichen Szenarien es für den Weihnachtsmarkt gebe und stehe dazu bundesweit im engen Austausch mit anderen Städten. „Gerade werten wir die Rückläufe der Verträge mit den Standbetreibern aus und sind im Gespräch mit der Polizei und der Feuerwehr. Außerdem sprechen wir bereits mit Dienstleistern, um die alternativen Szenarien zu kalkulieren und die finanziellen Auswirkungen beurteilen zu können. Anschließend können wir dann auch in Abstimmung mit der Stadtverwaltung entscheiden, was realisierbar ist“, so Leppa.

„Im Kern spielen wir bei den Szenarien verschiedene Möglichkeiten durch, wie wir die Laufwege breiter machen können. Auch die Machbarkeit der aktuell geltenden Regelung für Spezialmärkte wie den Weihnachtsmarkt, nämlich Eintrittsgeld und Zugangskontrollen mit Kontaktnachverfolgung prüfen wir“, so Leppa weiter. Dabei sei schon jetzt klar, dass die Vorgaben zu ganz erheblichen Zusatzkosten für die Braunschweig Stadtmarketing GmbH als Veranstalterin führen werden. Auch die Folgen dezentraler Konzepte und einer verminderten Kapazität des Weihnachtsmarktes für die übrigen Bereiche der Stadt seien dabei im Blick.


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