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Jobabbau bei Zugbauer Bombadier



Braunschweig

Jobabbau bei Zugbauer Bombadier

von Sina Rühland


Foto: Sina Rühland

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Braunschweig. Das kanadische Transportunternehmen Bombadier kündigte am Mittwochmorgen harte Sparmaßnahmen für deutsche Standorte an – auch Braunschweig könnte davon betroffen sein. Das Unternehmen spricht von 1.430 Stellen, die in Deutschland abgebaut werden sollen. Die IG Metall rechnet mit weiteren Ankündigungen in diesem Jahr.

Ob es auch Braunschweiger Mitarbeiter treffen werde, könne man noch nicht sagen, so die IG Metal Braunschweig. Die Geschäftsführung halte sich noch bedeckt. "Wir verurteilen die Pläne, Sparmaßnahmen auf dem Rücken der Beschäftigten bei Bombardier auszutragen“, sagte Olivier Höbel, IG Metall Bezirksleiter von Berlin- Brandenburg-Sachsen. „Jetzt werden Folgen von Fehlentscheidungen sichtbar, vor denen wir schon 2014 gewarnt haben.“ Bereits 2014 und 2015 war von der deutschen Unternehmensseite angekündigt worden, die Fertigungstiefe zu verringern und eventuell auch Standorte zu schließen. Dagegen sprachen sich IG Metall und Betriebsräte aus und forderten das Management auf, Prozesse zu verbessern, die Projektabwicklung zu optimieren und die Niedrigkostenstrategie zu beenden, statt Arbeitsplätze zu vernichten.


Wie in den letzten Monaten mehrfach zu lesen war, soll Bombardier - insbesondere in der Flugzeugsparte - in eine deutliche Schieflage geraten sein. Auch über den Schienenfahrzeugbereich wurde berichtet. Die kanadische Mutter reagiert nun mit harten Sparmaßnahmen für beide Unternehmenssparten und trifft damit Bombardier Transportation Deutschland hart. „Mit drastischem Personalabbau lassen sich vielleicht die Aktienmärkte beeindrucken. Bestehende Probleme werden dadurch jedoch eher verschärft als gelöst“, so Michael Wobst, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der deutschen Bombardier Transportation. „Zur Zukunftssicherung der Standorte und Arbeitsplätze in Deutschland  erwarten wir deshalb vom Management, das Unternehmen endlich zukunftssicher zu gestalten.“





Auf einer gemeinsamen Konferenz am 4. März soll ein Aktionsplan erarbeitet werden, der zeigt, dass es auch anders geht. Gemeinsam soll eine Strategie für die Abwehr der Kahlschlagpläne und für die Sicherung der Zukunft der Bombardier-Standorte entwickelt werden. Auch Aktionen an den Standorten sind geplant. „Die Management-Fehler sollten nicht Anlass sein, die Zukunft von Menschen und ihren Familien zu gefährden“, so Olivier Höbel. „Gegen die Gefährdung von Arbeitsplätzen und Standorten wird das Management auf den deutlichen Widerstand der Belegschaften treffen. Ab jetzt ist Unruhe in den Betrieben angesagt.“

Allein in Berlin-Brandenburg und Sachsen vertreten IG Metall und Gesamtbetriebsrat die Interessen von rund 5.800 Beschäftigten an den Standorten Hennigsdorf, Görlitz und Bautzen. Insgesamt arbeiten derzeit rund 9.900 Beschäftigte bei Bombardier Transportation an zehn Standorten in Deutschland. Weitere Standorte von Bombardier Transportation sind in Kassel, Frankfurt/Main, Mannheim, Braunschweig und Siegen.




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