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Jugend schreibt! - Schülerzeitungen gestern und heute



Wolfsburg

Jugend schreibt! - Schülerzeitungen gestern und heute


Symbolbild: Bernd Dukiewitz
Symbolbild: Bernd Dukiewitz Foto: Bernd Dukiewitz

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Wolfsburg. Der stadtgeschichtliche Tag, den das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation am Donnerstag, 2. März (16 bis 19 Uhr) in den Institutsräumen, Goethestraße 10a, Eingang C veranstalten wird, steht dieses Mal ganz im Zeichen von Schülerzeitungen.



Damit legt die Stadt den Fokus einmal mehr ganz bewusst auf eine Quellengattung, die sich die geschichtswissenschaftliche Forschung erst verhältnismäßig spät erschlossen hat – obgleich doch in ihr Akteure die stadtgeschichtliche Bühne betreten, die sonst in der behördlichen städtischen Überlieferung kaum Berücksichtigung finden. Von Schülern für andere Schüler verfasst und gestaltet, vermitteln sie ein Bild der sich stetig wandelnden Jugendkultur, geben Auskunft über den Grad der Politisierung der Jugend, zu alltagsgeschichtlichen Phänomenen wie der „Amerikanisierung“ ihrer Lebenswelt und Freizeitkultur. Mit der durch Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums herausgegebenen diagonale, die von 1955 an bis Ende der 1960er Jahre produziert wurde – und damit so lange wie kaum eine andere Schülerzeitung bundesweit –, und dem durch die Schülerinnen und Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums publizierten Florett, das von 1961 an bis 1966 in mindestens 19 Ausgaben in ebenso hoher Auflage von mitunter 2.000 Exemplaren erschien sind wenigstens zwei der Wolfsburger „Traditionsblätter“ benannt. Mit Marcel Kabaum, der zum Thema Schülerzeitungen forscht, haben wir einen echten Spezialisten zum Thema eingeladen, der einen kurzen Vortrag zu „Schülerzeitschriften der 1950er und 1960er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland“ halten wird; anschließend wird Alexander Kraus vertiefende Einblicke in die Wolfsburger Materialien geben. Mit einem Beitrag zu aktuellen Schülerzeitungen ist auch die Geschichtswerkstatt unter Leitung von Aleksandar Nedelkovski vertreten. Daneben wird es eine kleine Ausstellung geben, die sich den gestalterischen und fotografischen Aspekten der Schülerzeitungen widmet.

Natürlich sind auch die Wolfsburgerinnen und Wolfsburger wieder gefragt: Wer hat vielleicht noch alte Exemplare der genannten oder anderer Schülerzeitungen zuhause? Das Florett ist beispielsweise allein mit einer Ausgabe archiviert! Wer war selbst schreibend, gestalterisch oder fotografierend in den 1950er und 1960er Jahren aktiv – und wäre zu einem zeitgeschichtlichen Interview bereit – und wer ist es aus welcher Motivation noch heute im Zeitalter der Digitalisierung?

An diesem Tag besteht auch wieder die Möglichkeit mit einer Archivführung einen Einblick in das sonst nichtöffentliche Magazin zu erhalten.


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