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Keine Mülltrennung bei ALBA - Anwohner beschweren sich

von Anke Donner


Ein Bürger beschwert sich darüber, dass bei der Abfallentsorgung Bio- und Restmüll in einem Fahrzeug entsorgt werden. Symbolfoto: Anke Donner
Ein Bürger beschwert sich darüber, dass bei der Abfallentsorgung Bio- und Restmüll in einem Fahrzeug entsorgt werden. Symbolfoto: Anke Donner Foto: Anke Donner

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30.06.2017

Braunschweig. Ein Braunschwieger Bürger ärgert sich wiederholt darüber, dass beim Abfallentsorger ALBA Rest- und Biomüll in einem Fahrzeug entsorgt werden. "Wozu trennen wir denn den Müll, wenn er doch zusammengekippt wird", ärgert sich der Mann aus dem westlichen Ringgebiet. ALBA erklärt, dass es sich nur um die Unerfahrenheit eines Mitarbeiters handelte.



"Ich finde es ehrlich gesagt eine Frechheit. Von uns Bürgern wird verlangt, dass wir den Müll trennen. Wir müssen sogar extra Tonnen anschaffen und bezahlen. Ich habe hier drei Tonnen stehen. Und die können machen was sie wollen? Das sehe ich nicht ein. Ich finde das dreist. Wieso haben die Sonderrechte?", beschwert sich unsere Leser.

Der Mann aus dem westlichen Ringgebiet habe zum wiederholten Male gesehen, dass nur ein Fahrzeug des Abfallentsorgers in die Keplerstraße einfährt und dann den Müll aus den Bio- und Restmülltonnen in ein Fahrzeug kippt. "Am Donnerstag war es wieder so weit. Ich wohne nicht direkt in der Keplerstraße, kann in dieser Straße aber einige Häuser sehr gut einsehen. Daher weiß ich das. Es ist auch nicht das erste Mal. 2015 und 2016 habe ich mich darüber schon einmal bei ALBA beschwert", so der Anwohner. Damals habe der Abfallentsorger gesagt, dass das Fahrzeug kaputt sein und man deshalb alles in einem Wagen entsorgen musste. Die Trennung sei dann später auf der Deponie erfolgt.

Kein Einzelfall?


Auch ein Anwohner aus dem östlichen Ringgebiet meldete sich bei regionalHeute.de und erklärte, dass er einen ähnlichen Fall schon erlebt hat. Er schreibt: "Der „Einzelfall“ ist bei Alba so einzeln nicht. Ich habe im östlichen Ringgebiet vor einigen Wochen zufällig beobachtet, wie eine grüne Tonne nach der Entleerung von Hand in den Biomüll sammelnden Lkw geworfen wurde. Dazu habe ich bei Alba angefragt, warum die Kunststofftonne im Biomüll entsorgt wird. Die Antwort war sinngemäß, dass es schon mal vorkommen könnte, dass eine Tonne beim kippen in die Schüttung fällt. Als ich daraufhin noch einmal darauf hingewiesen habe, dass die Tonne nicht in die Schüttung gefallen ist sondern nach der Entleerung hineingeworfen wurde, habe ich keine Antwort mehr erhalten. Vor ein paar Tagen habe ich dann erneut zufällig folgende Beobachtung gemacht: Der Mitarbeiter, der die Biotonnen zur Abholung an den Straßenrand stellte, warf eine Plastikflasche in eine Biotonne obwohl sich unmittelbar neben ihm eine gelbe Tonne befand. Diesen Vorfall habe ich nicht mehr mit Alba kommuniziert, da ich nicht mehr auf schräge Ausreden warten mag.

Offensichtlich legt Alba geradezu wert auf eine „Verunreinigung“ des Biomülls. Ob man damit die nächste Preiserhöhung begründen möchte ("zu starke Vermischung des Mülls macht ganz aufwendige Aufbereitung notwendig…“) oder ob eventuell der Biomüll gar nicht mehr kompostiert wird und sich in der Verbrennung Kunststoffe als Energieträger ganz gut machen, kann ich nur mutmaßen."

Unerfahrener Mitarbeiter


Gerald Gaus, Abfallberatung und Beschwerdemanagement bei derALBA GmbH erklärt auf Nachfrage von regionalHeute.de, warum es zu der Vermischung des Abfalls gekommen sei:



"Zunächst ist hierzu grundsätzlich festzustellen, dass die ALBA Braunschweig GmbH den Restmüll und die Bioabfälle selbstverständlich getrennt entsorgt. Im Rahmen der Tourenplanung der Müllabfuhr werden hierzu gesonderte Fahrzeuge für die Abfuhr der grauen und der grünen Tonnen eingesetzt.

Für die Keplerstraße gibt es allerdings eine Besonderheit zu beachten. So kann diese enge Sackgasse ohne Wendemöglichkeit nicht mit den normalen großen Müllfahrzeugen befahren werden. Diese Straßengegebenheit hat zur Folge, dass dort zur Leerung der Bio- und Restabfalltonnen ein kleines Spezialfahrzeug eingesetzt werden muss, das die unterschiedlichen Abfallfraktionen nacheinander leert.

Aufgrund der Urlaubsabwesenheit des Stammfahrers wird in der Keplerstraße in dieser Woche nun ausnahmsweise ein sogenannter "Springerfahrer" eingesetzt. Dieser Mitarbeiter hat, obwohl er sich der Problematik bewusst war, die Bio- und Restabfalltonnen gemeinsam in das Fahrzeug gekippt. Unser Dispositionsleiter hat diesen Mitarbeiter deshalb noch einmal ausdrücklich belehrt und auf die Konsequenzen seines Fehlverhaltens hingewiesen. Damit sollte zukünftig die gewohnte ordnungsgemäße Abfalltrennung in der Keplerstraße wieder gewährleistet sein."


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