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Kinokritik: „Die Sch’tis in Paris“: Provinzler mit Herz

20. März 2018
regionalHeute.de war wieder im Kino. Wir haben uns "Die Sch'tis in Paris" angeschaut. Foto/Video: C1 Cinema/Alexander Dontscheff
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Braunschweig. Am Mittwoch startete im C1 Cinema Braunschweig die französische Komödie "Die Sch'tis in Paris - Eine Familie auf Abwegen". Zum zweiten Mal nach 2008 führt uns Regisseur Dany Boon in die Welt der etwas zurückgebliebenen aber liebenswerten Provinzler. regionalHeute.de hat sich den Film angeschaut und im Anschluss mit den Kinogästen gesprochen.

Zehn Jahre nach dem außerordentlichen Erfolg von „Willkommen bei den Sch’tis“ mit über 20 Millionen Kinobesuchern in Frankreich und rund zwei Millionen Zuschauern in Deutschland widmet sich Dany Boon als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller einer weiteren Komödie um das sympathische Volk aus dem Norden Frankreichs.

Inhalt:

Das angesagte Architektenpaar Valentin D. (Dany Boon) und Constance Brandt (Laurence Arné) organisiert die große Eröffnung einer Retrospektive im Pariser Museum für Moderne Kunst. Was niemand weiß: Valentin hat der High Society seine Sch’ti-Herkunft aus dem Arbeitermilieu, für die er sich schämt, verschwiegen. Er lässt die Pariser Gesellschaft, die Medien und sogar seinen Schwiegervater (François Berléand) im Glauben, er sei Waise. Dabei leben Valentins Bruder Gustave (Guy Lecluyse), seine Schwägerin Louloute (Valérie Bonneton) und deren Tochter in Nordfrankreich in einem Wohnwagen zwischen dem Haus seiner Mutter (Line Renaud) und dem Autoschrottplatz seines Vaters (Pierre Richard).

Valentins Bruder Gustave, der sich in akuten finanziellen Nöten befindet, sieht als einzigen Ausweg, wieder Kontakt mit seinem wohlhabenden Bruder aufzunehmen und sich von ihm Geld zu leihen. Er erzählt seiner Mutter, Valentin habe die ganze Familie nach Paris eingeladen, um dort ihren 80. Geburtstag zu feiern und die Familie wieder zu versöhnen. Als die Provinzler aus dem Norden dann überraschend im Museum für Moderne Kunst auftauchen und die beiden völlig gegensätzlichen Welten aufeinandertreffen, wird es explosiv. Und spätestens als Valentin nach einem Unfall sein Gedächtnis verliert und geistig auf den Zustand als 17-Jähriger zurückversetzt wird, ist das Chaos perfekt.

Trailer:

Kritik:

Mit dem Wortwitz ist es immer so eine Sache. Meistens funktioniert er nur in der Muttersprache. Versucht man ihn ins Deutsche zu übertragen, kann vieles schief gehen. Und auch im Falle der „Sch’tis“ kann die eigene Sprache der Nord-Provinzler als eher albern empfunden werden. Doch was den Film ausmacht ist, dass es auf den Dialekt eigentlich gar nicht ankommt. Die Komödie würde vermutlich auch ohne die seltsame Sprachakrobatik funktionieren. Natürlich unterstützt sie gekonnt den Clash der Kulturen. Hier die versnobte High Society von Paris, dort die einfachen und etwas einfältigen Provinzler vom Land. Doch die Kernaussagen – nämlich, dass man zu seiner Herkunft stehen sollte und dass sich wahre Liebe auch ohne Äußerlichkeiten durchsetzt – hätten dieses Sprachelement nicht zwingend gebraucht. Gleiches gilt für einzelne Slapstick-Einlagen, die manchmal etwas ins Klamaukige abdriften. Das hat der Film eigentlich nicht nötig. Denn die Geschichte ist kurzweilig, hat einige gute Gags zu bieten und auch noch eine Botschaft im Gepäck: Am Ende ist es das Herz, was zählt!

3 von 5 von regionalHeute.de-Punkten

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