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„Kompendium der Ideen“ für die nächsten 15 Jahre verabschiedet



Braunschweig

„Kompendium der Ideen“ für die nächsten 15 Jahre verabschiedet


Symbolfoto: Robert Braumann
Symbolfoto: Robert Braumann Foto: Robert Braumann

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Braunschweig. Einstimmig hat der Rat der Stadt Braunschweig in seiner heutigen Sitzung das Zukunftsbild für Braunschweig verabschiedet. Als einen Orientierungsrahmen für die städtische Politik der nächsten 15 Jahre hat Oberbürgermeister Ulrich Markurth in seiner Ansprache die 60-seitige Broschüre bezeichnet. Fünf Leitsätze, 26 Strategien und etwa 100 Handlungsempfehlungen – Ergebnis eines intensiven Beteiligungsprozesses, der unter dem Titel „Denk Deine Stadt“ schnell in der Stadt bekannt geworden ist und dessen Zeitrahmen von neun Monaten der Oberbürgermeister als „sehr sportlich“ bezeichnete.

Markurth hob die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Expertinnen und Experten aus Institutionen, Unternehmen und Verbänden hervor. Über 5.500 Anregungen hatten die Stadtverwaltung und das von ihr beauftragte Planungsbüro „urbanista“ allein über Postkarten und das Internet erreicht. Bürgerinnen und Bürger hätten mit der Teilnahme an „Denk Deine Stadt“ Verantwortung für das Gemeinwesen übernommen, sagte Markurth. Verantwortung liege aber eben auch beim Rat, der nun die Ergebnisse des Prozesses gleichsam beschließe. Das Zukunftsbild sei ein Gemeinschaftswerk der Stadtgesellschaft, in einem offenen Prozess entstanden. „Die einstimmige Verabschiedung durch den Rat ist auch ein Signal an die Bürgerinnen und Bürger: Die Vorschläge werden ernst genommen, Verwaltung und Politik bekennen sich zu einem Veränderungsprozess, an dem alle mitwirken können“, so der Oberbürgermeister nach der Abstimmung.


Was nicht bedeute, dass jede Idee umgesetzt werden könne. Es gebe immer auch widerstreitende Interessen, die in einem Aushandlungsprozess dann gegeneinander im Sinne des Allgemeinwohls abgewogen werden müssten. „Doch die Beteiligung schafft Akzeptanz. Und Legitimität für einen zugegeben sehr aufwändigen Prozess. Es hat sich gelohnt.“ Das Zukunftsbild sorge für Orientierung, insbesondere in der Verwaltung, wo die Prioritäten liegen sollen. Markurth nannte beispielhaft den Bereich des Hauptbahnhofes. Die Bürgerinnen und Bürger hätten der Verwaltung auf den Weg gegeben, diesen Bereich weiterzuentwickeln, und das nicht nur in Bezug auf die Verbesserung verkehrlicher Ange-bote und deren stärkerer Verknüpfung, sondern eben auch der Weiter-entwicklung des städtebaulichen Umfelds und ungenutzter Flächen, der Anbindung an die Innenstadt und der Integration der Stadthalle. „Es wird spannend, was dort in den kommenden Jahren passieren wird.“

Integrativ zu denken, Themen stärker im Sinne des großen Ganzen zu sehen, das bleibe auch die „sportliche“ Daueraufgabe in der Verwaltung. Am Ende sei dies eine „Neue Form des Denkens“, die gelernt und geübt werden müsse. Dies werde nicht immer auf Anhieb klappen, doch der „erste Durchgang“ sei nun schon recht erfolgversprechend gewesen. In den kommenden Monaten gelte es nun, die Handlungsaufträge aus dem Zukunftsbild, dieses „Kompendium der Ideen“ im Detail auszuarbeiten, konkrete Maßnahmen und Projekte zu entwickeln, bei denen noch stärker „Braunschweig spürbar und fühlbar wird.“ Es gelte nun in der Dynamik nicht nachzulassen. Werde bei dem Thema so weitergearbeitet wie zuletzt, könnte in etwa einem Jahr die Arbeit am Zukunftsbild in ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept einmünden. Und in einen neuen Flächennutzungsplan. Nach etwa 40 Jahren sei eine Aktualisierung nötig. Diese sei jedoch nur möglich, wenn Klarheit darüber bestehe, wofür die spärlichen noch freien Flächen im Stadtgebiet verwendet werden sollen, eben z. B. für den Wohnungsbau. Dabei helfe die Willensbildung von „Denk deine Stadt“. Markurth dankte allen Beteiligten, die sich eingebracht haben nicht zuletzt dem Rat und auch der Verwaltung, die dieses Thema neben den großen Herausforderungen, die etwa Bauen und Wohnen sowie Flüchtlingsunterbringung und Integration so engagiert angenommen habe.


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