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Kooperation zur Gefahrenabwehr: TU Clausthal arbeitet mit Bergbau-Landesamt zusammen

Auch das Niedersächsische Landesarchiv unterstützt diese Zusammenarbeit.

TU-Präsident Professor Joachim Schachtner (li.) und LBEG-Präsident Andreas Sikorski unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung zum Nachbergbau.
TU-Präsident Professor Joachim Schachtner (li.) und LBEG-Präsident Andreas Sikorski unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung zum Nachbergbau. Foto: LBEG

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25.06.2020

Clausthal-Zellerfeld. Das Fachwissen im Bereich Nachbergbau ist am Standort Clausthal-Zellerfeld groß. Um dieses Fachwissen zu bündeln und zu konzentrieren, haben am Mittwoch der Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), Andreas Sikorski, und der Präsident der Technischen Universität (TU) Clausthal, Professor Joachim Schachtner, eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Vereinbarung stärkt das direkte Zusammenspiel zwischen praktischer Arbeit auf der einen sowie Forschung und Lehre auf der anderen Seite. Unterstützt wird die Kooperation vom Niedersächsischen Landesarchiv (NLA). Ziel dieser Kooperation ist es, auf Gefahren hinsichtlich der Hinterlassenschaften des Bergbaus hinzuweisen und diese für die Gesellschaft abzuwehren. Dies berichtet das LBEG.


„Die TU Clausthal beschäftigt sich mit dem Management industrieller Prozesse für eine nachhaltige Gesellschaft. Da passt es hervorragend, dass wir – zusammen mit dem LBEG – in Hinblick auf die umfangreichen Hinterlassenschaften des Alt- und Nachbergbaus in Norddeutschland die davon ausgehenden Gefahren analysieren und so das Risiko für Mensch und Umwelt minimieren“, sagte TU-Präsident Professor Joachim Schachtner anlässlich der Vertragsunterzeichnung.

Plattform für Informationsaustausch


Dafür wird zunächst eine Plattform für den Informationsaustausch geschaffen. Dabei geht es unter anderem um die gemeinsame Erarbeitung von Grundlagen für Gefahrenanalysen und -abwehr. „Das heutige LBEG hat vor 23 Jahren die Zuständigkeit zur Abwehr von Gefahren aus verlassenen untertägigen Grubenbauen und Altbohrungen übernommen, die nicht mehr der Bergaufsicht unterliegen. Seitdem haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese ,Altlasten‘ systematisch erfasst, damit Sicherungsmaßnahmen eingeleitet werden können. Viele Daten sind bereits digitalisiert und mit Geoinformationssystemen verknüpft“, erklärt LBEG-Präsident Andreas Sikorski.

Daraus ist bereits ein Altbergbauinformationssystem entstanden, das LBEG und TU Clausthal gemeinsam entwickelt haben. Nun geht die Zusammenarbeit einen Schritt weiter und greift dabei auf wertvolle historische Daten zurück. „Das Niedersächsische Landesarchiv ist zwar kein aktiver Bestandteil des Bergbaus“, sagt die NLA-Präsidentin Dr. Sabine Graf, „aber es hält mit den im Bergarchiv Clausthal verwahrten Unterlagen der Harzer Bergbauverwaltung seit dem 16. Jahrhundert wichtige Informationen zu den Bergbauhinterlassenschaften vor.“

Spuren in ganz Niedersachsen


Der jahrhundertelange Bergbau hat überall in Niedersachsen Spuren hinterlassen. Allein rund 4.500 sogenannte Tagesöffnungen sind bekannt. Doch es kommen noch eine Vielzahl nicht erfasster Schächte und Stollen hinzu, da sie beispielsweise im frühen Mittelalter oder in Notzeiten genutzt und selten dokumentiert worden sind. Entsprechend unterschiedlich wurden diese Relikte früherer Bergbautätigkeiten gesichert – je nach Stand der Technik und Rechtsauffassung. Gerade bei jahrhundertealten Bergbauhinterlassenschaften wurden selten Sicherungsmaßnahmen vorgenommen, die den heutigen Maßstäben genügen.

Die Kooperationspartner werden eine gemeinsame Projektgruppe einrichten, die regelmäßig tagt, um konkrete Projekte und Ziele zu vereinbaren. Dabei soll nicht nur Niedersachsen, sondern mit Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen das gesamte Gebiet, in dem das LBEG die Bergaufsicht ausübt, bearbeitet werden.

Kooperation bündelt Kompetenzen


„Die TU Clausthal als ehemalige Bergakademie, das Bergarchiv und das LBEG mit seinem Clausthal-Zellerfelder Dienstsitz im einstigen Oberbergamt bilden rund um die Marktkirche eine Ansammlung bergbaulicher Kompetenz auf engstem Raum. Diese nach außen hin sichtbare Nähe wird durch die neue Kooperation ein weiteres Mal untermauert“, freut sich Andreas Sikorski.


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