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Kreis Goslar trank im letzten Jahr 144.000 Hektoliter Bier



Goslar

Kreis Goslar trank im letzten Jahr 144.000 Hektoliter Bier


144.000 Hektoliter Bier trank der Landkreis Goslar im letzten Jahr. Archivfoto: Robert Braumann
144.000 Hektoliter Bier trank der Landkreis Goslar im letzten Jahr. Archivfoto: Robert Braumann Foto: Robert Braumann

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Goslar. 144.000 Hektoliter – so viel Bier wurde im Landkreis Goslar bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von 104 Litern (Bundesschnitt) allein im letzten Jahr rein statistisch getrunken. Doch ein Großteil davon ging als Ramschware über die Ladentheke, kritisiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).



„Acht Euro für einen Kasten Markenbier sind im Supermarkt mittlerweile gang und gäbe. Damit wird Bier weit unter Wert verkauft“, sagt Manfred Tessmann von der NGG Süd-Ost-Niedersachsen. Solche Preise brächten viele Brauereien in ernsthafte Schwierigkeiten und gefährdeten Arbeitsplätze auch in der Region – etwa beim Hofbrauhaus Wolters und der Hasseröder-Brauerei.

Insbesondere der Einzelhandel solle bei dem Dumping-Wettbewerb nicht mehr länger mitmachen, fordert die Gewerkschaft „Mit Sonderangeboten beim Bier wollen Supermarkt-Ketten Kunden zum Wochenend-Einkauf locken. Damit wird die Kiste Pils zum bloßen Köder“, beklagt Tessmann. Merkwürdig sei, dass sich das Kartellamt um den Lebensmitteleinzelhandel nicht kümmere, obwohl die zahlreichen Schleuderpreise „geradezu nach Preisabsprachen riechen“.

"Gute Lebensmittel müssen den Verbrauchern auch etwas wert sein“


Dabei seien die Menschen durchaus bereit, einen anständigen Preis für ein Qualitätsbier zu zahlen. Der liegt im Schnitt bei 13 Euro für 20 Flaschen, so das Marktforschungsunternehmen GfK. Im Sonderangebot kostet die Kiste durchschnittlich jedoch nur zehn Euro. Die NGG macht sich mit einer Initiative zur Lebensmittelpolitik bundesweit für faire Löhne und Arbeitsbedingungen in der Ernährungs- und Getränkewirtschaft stark. „Beim Bier gilt genauso wie bei Backwaren oder Schokolade: Gute Lebensmittel müssen den Verbrauchern auch etwas wert sein“, sagt Tessmann. Damit könnten die Kunden die heimische Wirtschaft stärken – und „guten Gewissens genießen“.


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