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Kriminalstatistik: Zahl der Einbrüche in Peine trotz Corona gestiegen



Peine

Kriminalstatistik: Zahl der Einbrüche in Peine trotz Corona gestiegen

Um der steigenden Zahl der Wohnungseinbrüche Herr zu werden, sei eine Ermittlungsgruppe eingerichtet worden.

von Marvin König


Das Polizeikommissariat in Peine. (Archivbild)
Das Polizeikommissariat in Peine. (Archivbild) Foto: Frederick Becker

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Peine. Die am heutigen Freitag veröffentlichte Kriminalitätsstatistik für den Landkreis Peine weist für das Jahr 2020 mit 7.137 registrierten Delikten eine durchschnittliche Anzahl an Straftaten aus. Die Aufklärungsquote ist um 1,5 Prozent gestiegen. Anders als in der Corona-Pandemie zu vermuten, ist die Zahl der Delikte im Bereich der Wohnungseinbrüche sogar um 25,4 Prozent gestiegen. Rückläufig ist hingegen die Zahl der Fälle von Raub und Erpressung (-41,76 Prozent) und räuberischer Diebstahl (62,05 Prozent).



"Die Anzahl der Straftaten hat unwesentlich zugenommen. Es handelt sich aber dabei um normale Schwankungen, wie sie im Laufe der Jahre immer wieder auftreten", heisst es in einer Erklärung der Polizeiinspektion Peine zu den Zahlen. Die aktuellen Fallzahlen lägen knapp über dem Mittelwert, der über einen mehrjährigen Zeitraum für den Landkreis Peine ermittelt werde. Bei Erhöhung der Fallzahlen im persönlichen Bereich, wenn es ein direktes Zusammentreffen von Täter und Opfer wie zum Beispiel bei Körperverletzungsdelikten gibt, steigt auch immer die Aufklärungsquote mit, da die Täter den Opfern meist bekannt seien.

Neue Ermittlungsgruppe für Einbrüche


Der Anstieg der Fallzahlen bei den Tageswohnungseinbrüchen seien ein weit verbreitetes Problem, meist durch reisende und überörtlich agierende Täter. "Die geringe Aufklärungsquote hat zu einer Sonderform der Bekämpfung dieses Deliktfeldes geführt. Eine zentrale Bearbeitung bei der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel in Form einer dauerhaft eingerichteten Ermittlungsgruppe versucht dem entgegenwirken", wie es in dem Bericht weiter heißt.

Kinder als Opfer und Täter


Die Zahl der ermittelten Kinder und Jugendlichen als Tatverdächtige liegt bei 111 (Kinder) und 248 (Jugendliche). Das liege im normalen Bereich. Der Anteil von Kinder und Jugendlichen als Opfer einer Straftat ist mit 171 von 1163 leicht gesunken. "Nimmt man noch die 86 Heranwachsenden dazu, ist der Anteil deutlich unter einem Drittel an der Zahl der gesamten Opfer. Hohe Opferzahlen findet man bei Kinder und Jugendlichen im Bereich der Rohheitsdelikte, wie Körperverletzungen und im Sexualbereich (Kinderpornografie)", wird in dem Bericht weiter geschildert. Kinder und Jugendliche seien als Tatverdächtige bei jugendtypischen Delikten deutlich überproportional vertreten. Dazu gehörten neben Diebstahl und Fahrraddiebstahl auch die Betäubungsmittelkriminalität, insbesondere Cannabis. Sechs Jugendliche von insgesamt 31 Tatverdächtigen in allen Altersgruppen hätten auch mit Betäubungsmitteln gehandelt.

Corona begünstigt Betrug


Das Jahr 2020 stand auch bei der Kriminalstatistik im Zeichen der Corona-Pandemie. Mit dem ersten Lockdown seien die Ladendiebstähle deutlich zurückgegangen, da Geschäfte geschlossen waren oder nur in überschaubarer Anzahl von Kunden besucht werden durften. Auch die Einbruchsdiebstähle in Häuser und Wohnungen seien zunächst gegen null gegangen, da die Bewohner durch zum Beispiel Homeoffice-Tätigkeiten und Schulschließungen und den begrenzten Möglichkeiten das Haus zu verlassen, sich nun überwiegend und dauerhaft zu Hause aufhielten. Im Laufe des Sommers sei die Zahl der Einbrüche dann aber wieder auf ein überdurchschnittliches Niveau gestiegen. "Gleichzeitig stieg aber der Warenbetrug – online begangen – spürbar an. Kriminalität hat sich angepasst und die entsprechende Situation genutzt", so das Fazit des Berichtes.


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