Sie sind hier: Region >

Landkreis bevorzugt dezentrale Unterbringung



Goslar

Landkreis bevorzugt dezentrale Unterbringung

von Anke Donner


Während in anderen Landkreisen auf eine zentrale Unterbringung von Flüchtlingen gesetzt wird, will man im Landkreis Goslar die dezentrale Unterbringung so weit es geht fortsetzen. Symbolfoto: Lukanic
Während in anderen Landkreisen auf eine zentrale Unterbringung von Flüchtlingen gesetzt wird, will man im Landkreis Goslar die dezentrale Unterbringung so weit es geht fortsetzen. Symbolfoto: Lukanic

WhatsApp
facebook
Twitter
LinkedIn
E-Mail




Goslar. Landesweit spitzt sich die Flüchtlings-Situation zu. Die Landesaufnahmebehörden Braunschweig und Halberstadt platzen aus allen Nähten. Schauspieler Till Schweiger hat nun angekündigt, im Nachbarkreis Osterode ein Flüchtlingsheim zu bauen. Wie man dem Vorhaben im Landkreis Goslar gegenübersteht, verrät Landrat Thomas Brych.

Auf Nachfrage von RegionalGoslar.de erklärt der Landrat: „In Osterode herrscht eine völlig andere Situation. Dort möchte man eine zentrale Unterbringung schaffen. Wir im Landkreis Goslar fahren ein anders Modell. Wie wollen die Flüchtlinge dezentral unterbringen und so lange wir noch genügend Wohnraum haben, werden wir das auch machen. So werden die Menschen einfach besser in die Gesellschaft integriert. Zudem entstehen keine Brennpunkte durch unterschiedliche Ethnien. Aber ich finde es sehr gut, wenn sich Privatpersonen einbringen. Das haben wir auch hier bei uns. Wir erfahren große Unterstützung von Personen und Vereinen, die sich auf ganz vielfältige Weise um die Menschen kümmern. Dass Herr Schweiger ein Flüchtlingsheim plant, finde ich gut. Und ich denke, dass mit der Unterstützung der dortigen Behörden auch etwas Gutes bei rum kommt. Wir aber für uns bevorzugen die dezentrale Lösung.“


<a href= Landrat Thomas Brych möchte eine zentrale Unterbringung im Landkreis so gut es geht vermeiden.. (">
Landrat Thomas Brych möchte eine zentrale Unterbringung im Landkreis so gut es geht vermeiden.. ( Foto: photogeno


Situation im Landkreis Goslar


Im Landkreis Goslar rechnet man mit einem erhöhten Zulauf von Flüchtlingen bis zum Jahresende. Aus der Landkreisverwaltung heißt es, dass dem Landkreis Goslar allein im ersten Halbjahr durch die Landesaufnahmebehörde insgesamt 481 Flüchtlinge zugewiesen wurden. Damit wurde die Vorjahreszahl von 493 Menschen schon in den ersten sechs Monaten übertroffen.

Wie geht es weiter?



Der Landkreis erwartete gemäß Prognose vom 17. Dezember zunächst 708 zugewiesenen Personen bis zum Jahresende. Aufgrund des Erlasses des Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport vom 18. Februar 2015 stellt sich der Landkreis schon jetzt darauf ein, dass die festgesetzte Quote bereits vor dem 30. September 2015 erfüllt sein wird. So geht man in der Kreisverwaltung derzeit in diesem Jahr von mehr als 708 unterzubringenden Flüchtlingen aus.

Die Prognose aus dem Februar beruhte auf der Annahme des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die besagt, dass in 2015 mit bis zu 300.000 Asylanträgen zu rechnen sei.

Im Mai hat das BAMF seine Prognose weiter nach oben korrigiert und erwartet im laufenden Jahr nunmehr 450.000 Anträge. Insofern sei einerseits aufgrund der Mai-Prognose des BAMF und andererseits aufgrund der aktuellen Entwicklung der Zuweisungen für den Landkreis Goslar, zwingend von einer höheren Verteilquote im Laufe des Jahres auszugehen. Eine neue Verteilquote stehe allerdings noch aus.

Der Landkreis Goslar hat sich auf mehr als 1.000 Flüchtlinge einzustellen, die er unterzubringen hat. Damit hält der Trend der letzten Jahre an, nachdem sich die Flüchtlingszahlen von Jahr zu Jahr verdoppeln.

„Der Landkreis Goslar bringt Flüchtlinge ausnahmslos dezentral in Wohnraum unter. Die Unterbringung erfolgt in Einzelwohnungen, die bezugsfertig, ausgestattet und leistungsrechtlich angemessen sind. Zentrale Unterkünfte sind derzeit nicht geplant. Dezentraler Wohnraum ist noch ausreichend vorhanden“, erklärt Frank-Michael Kruckow, Fachbereichsleiter Familie, Jugend & Soziales beim Landkreis Goslar.


zur Startseite