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"Lesen verboten" - Projekt soll an Bücherverbrennung in Braunschweig vor 88 Jahren erinnern



Braunschweig

"Lesen verboten" - Projekt soll an Bücherverbrennung vor 88 Jahren erinnern

Auf der Homepage des Raabe-Haus:Literaturzentrums gebe es eine Auswahl an Texten, die 1933 verbrannt wurden.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Pixabay

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Braunschweig. Am 10. Mai 1933 brannten unter der Führung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) auf dem Schlossplatz in Braunschweig, sowie in 21 weiteren deutschen Universitätsstädten, die Literatur-Scheiterhaufen. Die öffentlichen Bücherverbrennungen waren der Höhepunkt der sogenannten "Aktion wider den undeutschen Geist", mit der kurz nach der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten im März 1933 die systematische Verfolgung jüdischer, marxistischer, pazifistischer und anderer oppositioneller oder politisch unliebsamer Schriftsteller begann. Eine Bodentafel auf dem Schlossplatz erinnert an der Stelle, an der in Braunschweig die Bücher brannten, mit dem Zitat des Schriftstellers Heinrich Heine: "Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen" an dieses schreckliche Ereignis. Der Fachbereich Kultur und Wissenschaft macht mit dem Projekt "Lesen verboten!" ab dem 10. Mai online auf den 88. Gedenktag der Bücherverbrennung aufmerksam. Dies teilt die Stadt Braunschweig mit.



Auf der Homepage des Raabe-Haus:Literaturzentrums gebe es eine Auswahl an Texten, die 1933 verbrannt wurden. Eingelesen worden seien diese Audiofiles von der Schauspielerin Verena Noll und den Schauspielern Andreas Jäger und Ronald Schober. Darunter seien Auszüge aus Texten von Stefan Zweig, Sigmund Freud, Gustav Meyrink und Irmgard Keun zu hören.

"Lesen verboten!" erinnere an die Dichter, deren Werke verbrannt wurden, an die, die ermordet wurden und an die, die nur durch die Flucht dem Schreibverbot, drohenden Repressalien oder dem Tod entkamen, verhaftet wurden oder in der inneren Emigration überlebten. Von den rund 200 deutschen Schriftstellern, die ins Exil gingen, hatten nur wenige die Möglichkeit, im Ausland ihre Bücher zu veröffentlichen. Viele bekamen weder eine Aufenthalts- noch Arbeitsgenehmigung und wählten den Freitod. Die Audiodateien seien verfügbar auf www.braunschweig.de/literaturzentrum/aktuelles

Zusätzliche Informationen seien auf den Seiten der Erinnerungskultur unter www.braunschweig.de/kultur/erinnerungskultur zu finden.


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