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Missbrauch: Versäumnisse des Jugendamts bleiben ungeahndet

von Nino Milizia


Die Qualen des Mädchens hätten viele Jahre früher beendet werden können. Symbolfoto: Anke Donner
Die Qualen des Mädchens hätten viele Jahre früher beendet werden können. Symbolfoto: Anke Donner

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18.10.2017

Salzgitter. Der bedrückende Fall eines Mädchens, das zehn Jahre sexuell von ihrem Stiefvater missbraucht wurde (wir berichteten), nahm zum Ende des Prozesses eine schockierende Wendung. So kam ans Licht, dass das Jugendamt schon vor neun Jahren auf den Missbrauch hingewiesen worden war und nichts unternahm. Geahndet werden kann dieses Versagen jedoch nicht.


Die Salzgitter Zeitung hatte vom Einwurf einer wichtigen Zeugin berichtet: Die Mutter einer Nachbarstochter habe sich bereits ein Jahr nach Beginn der sexuellen Übergriffe des mittlerweile zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilten Stiefvaters an das Jugendamt gewendet, doch sei dem Hinweis nicht nachgegangen worden. So sollte sich die Tortur des Mädchens weitere neun Jahre fortsetzen, bis ihr Leid endlich beendet wurde. Das Jugendamt stritt die frühe Kenntnis der Übergriffe ab, doch hält die Staatsanwaltschaft die Aussagen der Zeugin für glaubwürdig.

Auf Anfrage von regionalHeute.de machte Julia Meyer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, klar: "Das Jugendamt ist 2005 von einer Mutter einer Spielkameradin des Mädchens über einen möglichen Tatverdacht informiert worden. Es ist jedoch aufgrund einer Systemumstellung im Jugendamt nicht mehr ermittelbar, welcher Sachbearbeiter den Hinweis damals entgegen genommen hat. Daher gibt es keine Ermittlungen gegen das Jugendamt."

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