Neugestaltung Schloßplatz: Ordon kritisiert Straßenverlauf

von Alexander Dontscheff


Rudolf Ordon kritisiert erneut den Straßenverlauf am neu geplanten Schlossplatz. Visualisierung: Landschaftsarchitektur Mann/Foto Ordon: privat
Rudolf Ordon kritisiert erneut den Straßenverlauf am neu geplanten Schlossplatz. Visualisierung: Landschaftsarchitektur Mann/Foto Ordon: privat

Wolfenbüttel. In seiner Sitzung am 21. Juni wird der Rat der Stadt abschließend über die Neugestaltung des Schloßplatzes entscheiden. Ratsherr Rudolf Ordon (FDP) fordert nun in einem Rundbrief seine Ratskollegen dazu auf, die geplante Straßenführung noch einmal zu überdenken. Insbesondere die Herzog August Bibliothek (HAB) würde benachteiligt.


"Die geplanten Straßenführungen entlang dem Zeughaus und zwischen Zeughaus und der östlichen Häuserzeile ist mehr als problematisch", so Ordon. Die Verbindung zwischen Schulwall und Dr.-Heinrich-Jasper-Straße verlaufe mittels einer abknickenden Vorfahrtstraße südlich parallel zum Zeughaus. Einmal abgesehen davon, dass damit ein weiterer Kreuzungs- und damit Gefährdungsbereich geschaffen werde, verlaufe die geplante Straße zu nahe am Zeughaus vorbei. Dies werde zu einer höheren Lärmbelästigung der Nutzer des Zeughauses führen, die ihre Arbeitsräume auf dieser Seite des Gebäudes haben. Außerdem werde es zu spürbaren Erschütterungen kommen: „Für die am östlichen Schlossplatz liegende Bebauung werden die Anforderungen der DIN 4150, Teil 2 für den Tageszeitraum geringfügig überschritten und für den Nachtzeitraum eingehalten“, zitiert Ordon die Vorlage 0137/2017, S. 14. Die Vorlage gehe also schon jetzt davon aus, dass sich die Arbeitsbedingungen der Wissenschaftler der HAB verschlechtern werden.

Bibliothekscampus wird zerstört


"Ebenso gravierend ist, dass der Bibliothekscampus zwischen Zeughaus und der östlichen Schloßplatzseite durch die überflüssige, neue Straßenführung zerstört wird. Die Chance, diesen Campusbereich weiterzuentwickeln, indem dort zum Beispiel eine Außenbewirtschaftung ermöglicht wird, die von den Bibliotheksnutzern angenommen wird und zu einer Belebung des Schloßplatzes führt, wird leichtfertig vertan, da die dort geplante Straße nicht notwendig ist", so Ordon weiter. Die geplante T-Kreuzung tangiere die Stipendiatenbüros im Anna-Vorwerk-Haus und werde die HAB möglicherweise zwingen, diese in einen anderen Bereich zu verlegen, in dem die in- und ausländischen Stipendiaten ohne Beeinträchtigung durch Verkehrsbelastungen arbeiten können. "So drängen wir die Bibliothek aus dem Stadtzentrum hinaus, das wir doch beleben wollen", bilanziert Ordon.

Interessen der HAB wurden nicht berücksichtigt


"All dies wird dazu führen, dass die Herzog-August-Bibliothek, um es vorsichtig zu formulieren, nicht an Attraktivität gewinnen wird. Ich bedauere sehr, dass die Interessen der HAB bei den Planungen nicht einmal ansatzweise berücksichtigt wurden", so Ordon. Die HAB seieine internationale Forschungseinrichtung mit weltweitem Ruf. Auch sie müsse sich dem internationalen Wettbewerb stellen. "Statt sie hierbei zu unterstützen, indem wir einen Campusbereich zwischen Leibnizhaus, Anna-Vorwerk-Haus, Meißnerhaus zum Wohlfühlen in „Wohlfühlbüttel“ schaffen, zerstören wir durch die derzeitige Planung den zwar nicht schönen, aber vorhandenen Campusbereich. Ich bitte Sie, diese Überlegungen in Ihre Entscheidungen einzubeziehen und für den bisherigen Straßenverlauf sowie die Schaffung eines Bibliothekscampus zwischen Zeughaus und östlicher Häuserzeile zu stimmen" mahnt Ordon abschließend.

Bereits im letzten Jahr gab es Diskussionen zu diesem Thema:


https://regionalwolfenbuettel.de/schlossplatz-pink-kritisiert-einlassung-des-hab-direktors/?utm_source=read-more


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