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Nicht nur Briten: Zahl der Einbürgerungen nimmt zu



Braunschweig

Nicht nur Briten: Zahl der Einbürgerungen nimmt zu

von Alexander Dontscheff


Die Zahl der Einbürgerungsanträge in Braunschweig ist um 1,4 Prozent gestiegen. Symbolfoto: pixabay
Die Zahl der Einbürgerungsanträge in Braunschweig ist um 1,4 Prozent gestiegen. Symbolfoto: pixabay Foto: Pixabay

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Braunschweig. Der Brexit hat dafür gesorgt, dass sich im vergangenen Jahr deutlich mehr britische Staatsbürger um die deutsche Staatsangehörigkeit bemüht haben. Und auch allgemein sei die Zahl der Einbürgerungen in Braunschweig gestiegen. Das geht aus der Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der CDU im Integrationsausschuss am Montag hervor.



"Entsprechend der Auskunft des Statistischen Bundesamtes ist auch im Zuständigkeitsbereich der Stadt Braunschweig festzustellen, dass sich die Zahl der Einbürgerungsanträge von britischen Staatsangehörigen vervielfacht hat. Im Vergleich zu 2015 ist sie von 4 auf 16 im Jahr 2016 angestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von 400 Prozent. In 2017 beläuft sich die Zahl der Anträge bislang auf 21", heißt es in der Antwort der Verwaltung.

Werde die Anzahl aller Einbürgerungsanträge betrachtet,sei auch hier ein Anstieg zu verzeichnen, allerdings nicht in dieser prozentualen Größenordnung. Im Jahr 2015 wurden 429 Anträge und in 2016 435 gestellt, was einem Zuwachs von 1,4Prozent entspreche.

Zahl der potentiellen Einbürgerungen ist unklar


Die ebenfalls von der CDU angefragte Zahl derer, die eingebürgert werden könnten, lassesich nicht genau beziffern, da dies nicht nur von dem Aufenthaltsstatus oder der Dauer des Aufenthaltes in der Bundesrepublik Deutschland abhängig sei. Mit Stand 31. Oktober 2017 wohntenzirka 9.600 Drittstaatsangehörige mit einem unbefristeten Aufenthaltstitel (Niederlassungserlaubnis) undetwa 7.700 EU-Staatsangehörige in Braunschweig. Welche Personen jedoch tatsächlich die Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen, müsste individuell auf Antrag geprüft werden.

Maßnahmenzur Motivation für eine Einbürgerung


In den letzten Jahren hätten einige deutsche Städte zumBeispiel Hamburg, Kassel oder Ludwigshafen Einbürgerungsinitiativen gestartet. Maßnahmen im Rahmen dieser Konzepte, wären insbesondere Briefkampagnen alle Einwohner ohne deutsche Staatsangehörigkeit anzuschreiben, die die zeitlichen Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllten, die Durchführung regelmäßiger Einbürgerungsfeiern und Begrüßung der neu Eingebürgerten sowie der Einsatz ehrenamtlicher Einbürgerungslotsen.

"Seit 2008 werden in Braunschweig die Einbürgerungen in einem feierlichen Rahmen durchgeführt, um so auf die Bedeutung dieses Ereignisses hinzuweisen. Ein solcher Festakt bietet die Möglichkeit, verstärkt für die Einbürgerung zu werben. In den letzten Jahren haben jeweils rund sechs Feiern pro Jahr stattgefunden", berichtet die Verwaltung. Im Rahmen dieser Feierstunde würden insbesondere auch die Neubürgerinnen und Neubürger gebeten, aktiv bei anderen Zuwanderern für die Einbürgerung zu werben.

Weitere Maßnahmen nur mit mehr Personal


Weitergehende Werbemaßnahmen, die zu einer signifikanten Steigerung der Antragszahlen und einem erhöhten Beratungsbedarf führen würden, bedürften zwingend einer zusätzlichen Personalausstattung, da andernfalls verlängerte Wartezeiten auf einen Beratungstermin und erheblich längere Bearbeitungszeiten einen gegenteiligen Effekt haben könnten.


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