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Omegamännchen versus Groschenroman-Therapeutin



Goslar

Omegamännchen versus Groschenroman-Therapeutin

von Alec Pein


Schwester Cordula und Mathias Ningel traten am Samstagabend im Goslarer Theater zum 5. Spieltag der Kabarett Bundes:Liga gegeneinander an. Fotomontage: Alec Pein
Schwester Cordula und Mathias Ningel traten am Samstagabend im Goslarer Theater zum 5. Spieltag der Kabarett Bundes:Liga gegeneinander an. Fotomontage: Alec Pein

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Goslar. Zum 5. Spieltag der "Kabarett Bundes:Liga" traten am Samstagabend Mathias Ningel und "Schwester Cordula" Saskia Kästner gegeneinander an. In 45 Minuten dauernden Darbietungen galt es das Publikum zu überzeugen, möglichst viele Punkte für den jeweiligen Künstler auf ihre Stimmzettel zu schreiben.

Moderator des Abends, Theo Vagedes, bat zuerst Schwester Cordula auf der Bühne, welche ankündigte in ihrer folgenden fünfundvierzigminütigen Therapie, Dosis für Dosis Groschenromane verabreichen zu wollen. Leitthema dafür: Mütter. Ihr Bühnenpartner und "Dauerlehramtsstudent" Dirk Rave assistierte mit seinem Akkordeon und entsprechender Fachlektüre. Längst sei die "kaputte Welt"  auch in der Welt der Groschenromane angekommen, erklärte Cordula.


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Saskia Kästner singt als Manager-Mutti ihres auserwählten Groschenromans und wird von Dirk Rave am Akkordeon begleitet. Foto:


Mutter mit Herz aus Eis


Ihr auserwählter Roman für den Abend: "Mutter mit Herz aus Eis". Leidenschaftlich trug die studierte Sprachwissenschaftlerin  die Geschichte einer "Manager-Mutti" vor, die ihr Kind vernachlässigt. Dieses wird ganz unverhofft Opfer einer Geiselnahme und nur einer kann helfen. Wer? Der gutaussehende Vater, den die Tochter nie kennengelernt hat. Wer sonst. Mit dem leidenschaftlichen Einsatz ihrer Stimme und der satirischen Aufarbeitung durch sie und ihren Bühnenpartner, bescherten sie dem Groschenroman seinen wohl ersten Frühling. Pädagogisch wertvolle Erziehungstipps von Boris Becker sowie passende philosophische Gedanken Oliver Kahns steuerte Dirk Rave zwischendurch bei. Und zur Abwechslung: Virtuose und stimmgewaltige Darbietungen bekannter Lieder, wie etwa Irene Caras "What a feeling" mit umformulierten Texten und der musikalischen Untermalung von Dirk Rave am Akkordeon.


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Omegamännchen Mathias Ningel erzählte zwischen seinen Stücken auch mal eine  Anekdote. Foto:


Im besten Fall Omegamännchen


Nach der Therapiestunde war Mathias Ningel am Zug. Dieser sieht sich in seinen Liedern und Anekdoten meist am Ende der Nahrungskette, an dessen Anfang für gewöhnlich die allseits bekannten Alphatiere stehen. Er selbst sei bestenfalls ein "geduldetes Omegamännchen" bekennt er sich in einem der Stücke. Selbstreflektierend blickt er auf eine Vergangenheit in seinem Schattendasein als einer derer Vertreter des männlichen Geschlechts zurück, die "eher so mit der Freundin einen Umzug machen" oder sich "einpuppen und darauf hoffen ein Schmetterling zu werden, dabei aber im Kokon stecken bleiben". Als einer, der den Satz "So wie du wär ich gern" noch nie gehört hat, Aussagen wie "Lass uns doch Freunde bleiben" hingegen gut kennt. Sein Solo-Programm soll überzeugen, dass gerade das Unperfekte den Menschen liebenswert macht. Keineswegs unperfekt war allerdings sein Klavierspiel, mit dem er seinen Gesang begleitete.

Wer Überzeugte das Goslarer Publikum?


Jeder Gast hatte auf seinem Stimmzettel insgesamt zehn Punkte zu vergeben. Theo Vagedes gab nach einer kurzen Pause bekannt: Mit durchschnittlich sechs Punkten lag der derzeitige Tabellenzweite Mathias Ningel knapp vorn. Die Lieder und Anekdoten über seinen "Kampf gegen die Diktatur des Alphawahns" schienen beim Publikum einen Nerv getroffen zu haben.

Am 23. April geht die Kabarett Bundes:Liga im Goslarer Theater mit Andy Sauerwein und Johannes Flöck in die nächste Runde. Tickets gibt es in der Tourist-Information Goslar.

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