whatshotTopStory

Professor für 25 Jahre archäologische Forschung geehrt


v.li.: stellvertretender Bürgermeister Wolfgang
Waldau, stellvertretende Ratsvorsitzende Waltraud
Rybotycky, Prof. Thijs van Kolfschoten, Bürgermeister Henry Bäsecke, Ratsfrau Barbara Rautenschlein. Foto: Stadt Schöningen
v.li.: stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Waldau, stellvertretende Ratsvorsitzende Waltraud Rybotycky, Prof. Thijs van Kolfschoten, Bürgermeister Henry Bäsecke, Ratsfrau Barbara Rautenschlein. Foto: Stadt Schöningen Foto: Stadt Schöningen

Artikel teilen per:

30.09.2017

Schöningen. Seit 1992 zieht es Prof. Thijs van Kolfschoten, archäozoologischer Forscher von der Universität Leiden mit internationalem Renommee, zur


archäologischen Grabung am Schöninger Braunkohletagebau. 25 Jahre, in denen ihn zahlreiche Studenten und Kollegen in die Stadt der Speere begleitet haben. Nun wurde er geehrt.

„Der Fundkomplex Schöningen ist an unserem Institut in Leiden etwas ganz Besonderes. Viele seltene Funde, die hier gemacht wurden und immer noch gemacht werden, geben viele Rätsel auf und revolutionieren so manche bis dahin gültige Annahme“, so Kolfschoten im Rahmen
eines früheren Besuches. Vor Bewerbern für den zweiwöchigen Aufenthalt könne er sich jedes Jahr kaum retten, so begehrt ist der Forschungsausflug zum Originalfundplatz. Der Rat der Stadt Schöningen wollte es sich nicht nehmen lassen, dieses langjährige
Engagement und seine wissenschaftliche Leistung für Schöningen mit einer ganz besonderen Ehrung zu würdigen. So überreichte ihm Bürgermeister Henry Bäsecke unlängst im Rahmen der Senckenberg-Tagung im paläon nicht nur eine Ehrenurkunde, sondern auch den
Wappenteller der Stadt.

„Im Namen des Rates und der Verwaltung bedanke ich mich für ihre herausragende Arbeit, die dazu beigetragen hat, den archäologischen Fundkomplex Schöningen zu dem internationalen Stellenwert zu verhelfen, den er heute genießt“. Gerührt nahm der niederländische Wissenschaftler die Ehrung entgegen und resümierte, Schöningen sei inzwischen eine Art zweite Heimat. „An keinem anderen Ort habe ich länger und intensiver geforscht als hier.“ Begeisterten Applaus gab es von den internationalen Tagungsmitgliedern, den anwesenden Vertretern des Schöninger Rates und den Gästen aus den Reihen des Fördervereins Schöninger Speere e.V., der die Studentengruppen aus Leiden durch die Übernahme der Übernachtungskosten seit vielen Jahren unterstützt.

Thijs van Kolfschoten ist unter anderem jeden Sommer mit zirka 20 Studentinnen und Studenten vor Ort. Hier lernen sie ihr Handwerk von der Pieke auf. So konnten in den vergangenen Jahren Zehntausende von Knochen- und Gebissfragmenten unzähliger kleiner und großer
Wirbeltierarten gefunden und bestimmt werden. Mäuse, Nashörner, Waldelefanten, Bärenarten – oft konnten auch seltene Unterarten beziehungsweise Zwischenformen nachgewiesen werden. Viele Funde erlauben eine pathologische Untersuchung, die Auskunft über den
damaligen Gesundheitsstatus der Tiere geben. Noch immer das „Lieblingstier“ der Leidener Forscher ist der Desman, der übrigens auch zum Maskottchen des paläon aufsteigen durfte.


zur Startseite