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Resolution beschlossen: Rat stellt sich hinter Beschäftigte der Zollern BHW



Braunschweig

Resolution beschlossen: Rat stellt sich hinter Beschäftigte der Zollern BHW

Die BHW Plain Bearings GmbH will den Standort Braunschweig schließen. Knapp 300 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

von Anke Donner


Archivfoto
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Braunschweig. Der Rat der Stadt hat in seiner heutigen Sitzung eine Resolution beschlossen, mit der man sich hinter die Beschäftigten der BHW Plain Bearings GmbH stellt und deutlich Stellung gegen eine Schließung des Unternehmens am Standort Braunschweig bezieht.



Die Schließung sei nicht hinnehmbar, waren sich die Fraktionen einig. Der Rat der Stadt Braunschweig solidarisiert sich daher durch die Resolution mit dem Betriebsrat und den mehr als 270 Beschäftigten des Werks der BHW Plain Bearings GmbH Braunschweig - besser bekannt als Zollern BHW - und spricht sich entschieden gegen die geplante Schließung aus. Gleichzeitig fordert der Rat, die durch die Eigentümer gegebene Standort- und Beschäftigungsgarantie sowie die Investitionszusagen einzuhalten. Der Standort in Braunschweig habe eine Chance und eine eine Zukunft. Deshalb erwarte die Stadt Braunschweig, dass der Mehrheitseigner MIBA AG das in Braunschweig vorhandene Wissen in Form der Galvanik nicht abzieht und dass der Minderheitseigner Zollern GmbH & Co. KG seine Sperrminorität gegen die Zerstörung von mehr als 270 Arbeitsplätzen einsetzt. Die beteiligten Unternehmen werden aufgefordert, mit dem Betriebsrat und den Beschäftigten an den Verhandlungstisch zu treten und über die Zukunft des Werkes in Braunschweig zu sprechen.

Aufgrund des schwieriger werdenden Marktes wurde ab 2017 eine Zusammenlegung der Geschäfte mit dem österreichischen Wettbewerber MIBA AG vorangetrieben. Nachdem das Bundeskartellamt das vorgesehene Joint Venture zunächst gestoppt hatte, machte am Ende eine seltene Ministererlaubnis im Jahr 2019 doch noch den Weg frei für die Fusion. Diese Ministererlaubnis wurde damals von den Beschäftigten, dem Betriebsrat, der Gewerkschaft und nicht zuletzt von der örtlichen Landes- und Bundespolitik unterstützt. Die Ministererlaubnis war an Bedingungen geknüpft. So war von einer Standort- und Beschäftigungsgarantie ebenso die Rede wie von Investitionsmitteln in Höhe von 50 Millionen Euro für den Zusammenschluss. Das Joint Venture trat zum 1. Oktober 2019 in Kraft und lediglich ein Jahr und 124 Tage später wurde am 2. Februar 2021 – ohne vorherige Ankündigung und ohne vorherige Gespräche, beispielsweise mit dem Betriebsrat, – das Aus für das Werk verkündet.


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