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Schöppenstedter Flüchtlingsunterkünfte leer, was nun?



Wolfenbüttel

Schöppenstedter Flüchtlingsunterkünfte leer, was nun?

von Max Förster


Leere Betten in der Gemeinschaftsunterkunft der Elm-Asse-Realschule. Foto: Jan Borner
Leere Betten in der Gemeinschaftsunterkunft der Elm-Asse-Realschule. Foto: Jan Borner Foto: Jan Borner

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Schöppenstedt. Die Flüchtlingsunterkünfte in Schöppenstedt sind nicht mehr belegt und befinden sich derzeit im Bereitschaftszustand, erklärt Andreas Ring, Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes auf Anfrage von regionalHeute.de. Was passiert nun mit den Unterkünften?

Im Oktober vergangenen Jahres reagierte die Stadt Schöppenstedt auf den damals hohen Flüchtlingszustrom und errichtete kurzfristig Notunterkünfte, um die Neuankömmlinge aufnehmen zu können. Nun hat sich die Zahl aufgrund der politischen Lage vorerst beruhigt und die Unterkünfte stehen leer. Dennoch sehe Ring keinen Anlass, die Unterkünfte aufzulösen. So könne die Situation in drei Monaten schon wieder ganz anders aussehen, erklärte er. Eine anderweitige Nachnutzung sei vorerst also nicht geplant.

DRK zum Umzug von Flüchtlingen


Zu den Ausführungen in der Wolfenbütteler Zeitung am Montag, 30. Mai, zeigte sich der DRK-Vorsitzende verärgert. Hier hieß es, dass es aus Kreisen des DRK zu hören gewesen sei, dass Flüchtlinge unter anderem aus dem Jugendgästehauses in Wolfenbüttel in den leerstehenden Unterkünften untergebracht werden könnten. "Die Verteilung der Flüchtlinge liegt ausschließlich in der Verantwortung des Landkreises in Kooperation mit den Samt- und Einheitsgemeinden. Das DRK hat weder eine Diskussion zur Verteilung der Flüchtlinge angeregt noch befürworten wir die Verlegung von Flüchtlingen von A nach B. Wir werden auch eine Entscheidung, Flüchtlinge im Landkreis zu verlegen, weder kommentieren noch ablehnen. Diese Entscheidungen werden durch Verwaltung und Politik getroffen. Das DRK fühlt sich in keiner Weise berufen hier Ratschläge zu erteilen", so Ring.

Stadt gegen einen Umzug der Flüchtlinge


Die Bewohner des Jugendgästehauses hätten, so die Leiterin der Stabsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten, Rabea Hohl,  hier in der Stadt Wolfenbüttel bereits Kontakte geknüpft, sei es über ehrenamtliche Paten, über Deutschkurse, die Willkommenscafés oder Ähnliches. "Es wäre der Integration wenig förderlich, diese zarten Bande durch einen solchen Umzug zu zerreißen. Darüber hinaus sind sämtliche Kinder, die im Jugendgästehaus wohnen, im Stadtgebiet Wolfenbüttels in Schulen und KiTas untergebracht und haben über diese Einrichtungen wichtige soziale Kontakte erhalten", erklärt Thorsten Raedlein, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Wolfenbüttel, gegenüber regionalHeute.de. "Außerdem wäre es eine Verfrachtung von einer Gemeinschaftsunterkunft in eine andere und eher eine Verschlechterung der Bedingungen, was für die Flüchtlinge, die einen langen und beschwerlichen – teilweise sogar traumatischen – Weg nach Deutschland hinter sich haben, eine zusätzliche Belastung darstellen würde", heißt es weiter.

Das sagt der Landkreis


Die Pläne das Landkreises sehen vor, die Gemeinschaftsunterkunft bis Ende des Jahres fortzuführen, erklärte Kornelia Vogt, Pressesprecherin des Landkreis, auf Anfrage unserer Online-Tageszeitung. "Sie soll für alle Flüchtlinge zur Verfügung stehen, die im Landkreis Wolfenbüttel untergebracht werden müssen (und für die noch kein freier Wohnraum vorhanden ist)". Der Landkreis wolle die Flüchtlingssituation bis zum Herbst beobachten und anschließend auswerten. "Erst danach sind unserer Ansicht nach Überlegungen zu einer möglichen weiteren Nutzung sinnvoll", so Vogt.


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