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Schritte gegen moderne Sklaverei



Braunschweig

Schritte gegen moderne Sklaverei


Zum dritten Mal machten am vergangenen Samstag 100 Teilnehmer Schritte gegen moderne Sklaverei. Fotos: Michael Boos
Zum dritten Mal machten am vergangenen Samstag 100 Teilnehmer Schritte gegen moderne Sklaverei. Fotos: Michael Boos Foto: Michael Boos

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Braunschweig. 100 Teilnehmer haben am vergangenen Samstag beim „Walk For Freedom“, einem „Lauf für Freiheit“, in Braunschweig ein Zeichen gegen Menschenhandel gesetzt. Davon berichtet der Braunschweiger Arbeitskreis der gemeinnützigen Organisation SOLWODI e.V.



Schwarz gekleidet und schweigend seien die 100 Teilnehmenden des „Walk For Freedom“ in einer langen Reihe durch die Braunschweiger Innenstadt gegangen. Organisator des Schweigemarschs gegen Menschenhandel sei der Braunschweiger Arbeitskreis gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel der gemeinnützigen Organisation SOLWODI e.V. gewesen. Unterstützt mit diesem „Lauf für Freiheit“ werde der weltweite Aufruf der Non-Profit-Organisation A21. In Braunschweig habe der Walk zum dritten Mal stattgefunden. „Wir sind symbolisch für die Freiheit anderer gelaufen. Schweigend, denn Opfer haben keine Stimme. Aber wir glauben daran, dass moderne Sklaverei abgeschafft werden kann“, betont Katarina Neuwald vom Arbeitskreis SOLWODI. Auf ein Problem aufmerksam zu machen, sei der erste Schritt zur Prävention. Denn laut aktuellen UN-Schätzungen leben mittlerweile rund 40 Millionen Menschen in modernen Formen von Sklaverei – ein Viertel davon seien Kinder. Aber nur ein Prozent der Opfer werde jemals gerettet.

"Moderne Sklaverei kann abgeschafft werden"


Während des Schweigemarschs haben Helfer Flyer an Passanten verteilt und Fragen beantwortet. „Viele sind interessiert stehen geblieben“, sagt Katarina Neuwald. Den meisten sei nicht bewusst, dass Menschenhandel auch in unserer Region stattfinde. Menschenhandel und Zwangsprostitution seien mit dem Gesamtsystem der Prostitution eng verbunden. Das System der Prostitution sei immer mit Unfreiheit und Gewalt verbunden, da seien sich die Aktivistinnen von SOLWODI sicher. Nicht nur in Braunschweig, sondern in 29 deutschen Städten und überall auf der Welt haben am 19. Oktober – zeitnah zum Europäischen Tag gegen Menschenhandel – 500 lokale Schweigemärsche in insgesamt 50 Ländern stattgefunden. Bundesweit haben viele Vereine, Gruppen und Kirchengemeinden die Arbeit von A21 unterstützt und sich gegen diese „weltweite Ungerechtigkeit“ eingesetzt.


Über SOLWODI:


SOLWODI ist eine internationale Menschenrechts- und Hilfsorganisation für Frauen, die Opfer von Menschenhandel, Zwangsprostitution, Zwangsverheiratung und Gewalt im Namen der Ehre geworden seien. SOLWODI biete ganzheitliche psychosoziale Betreuung und Beratung, sichere Unterbringung, Vermittlung juristischer und medizinischer Hilfe sowie Unterstützung bei der Rückkehr in die Heimatländer. Kontakt in Braunschweig unter http://www.solwodi.de,braunschweig@solwodi.de oder Telefon: 0531 / 4738112.

 Schweigend ging es durch die Innenstadt.
Schweigend ging es durch die Innenstadt. Foto:


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