Wolfenbüttel

Schwerbehindertenvertretungen: Neuregelung noch in diesem Jahr


Helmut Greiner, Schwerbehindertenvertreter bei VW Salzgit- ter, Uwe Schummer, Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der CDU/CSU- Fraktion im Deutschen Bundestag, Annelie Buntenbach, Mitglied des Geschäftsfüh- renden Bundesvorstands des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Uwe Lagosky, MdB
Helmut Greiner, Schwerbehindertenvertreter bei VW Salzgit- ter, Uwe Schummer, Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der CDU/CSU- Fraktion im Deutschen Bundestag, Annelie Buntenbach, Mitglied des Geschäftsfüh- renden Bundesvorstands des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Uwe Lagosky, MdB

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19.02.2016


Wolfenbüttel. Die Unionsfraktion des Deutschen Bundestages hat am Donnerstag, 18. Februar, gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund über die Zukunft der Schwerbehindertenvertretungen beraten. Teilnehmer an dem Gespräch waren unter anderem Helmut Greiner, Schwerbehindertenvertreter bei VW Salzgitter sowie Uwe Lagosky, Bundestagsabgeordneter aus Salzgitter/Wolfenbüttel.

Schwerbehindertenvertreter sind die Ansprechpartner und Interessenvertreter für alle schwerbehinderten Beschäftigten in einem Betrieb bzw. für die Betriebsführung. Sie kümmern sich um die betriebliche Wiedereingliederung von erkrankten Mitarbeitern, sie wirken darauf hin Arbeitsplätze für Mitarbeiter mit Behinderungen barrierefrei zu gestalten oder begleiten Antragsverfahren. Viel Zeit investieren sie vor allem in Bemühungen, die von Behinderung bedrohten Mitarbeiter im Arbeitsprozess zu halten. Un- ter diesen sind immer mehr Kolleginnen und Kollegen mit psychischen Erkrankungen. Bereits seit 2004 sind Arbeitgeber verpflichtet, länger erkrankten Beschäftigten ein Betriebliches Eingliederungsmanagement anzubieten. Durch frühzeitige Intervention werden die individuellen Chancen den Arbeitsplatz zu behalten gesichert.

Lagosky bekräftigte am Rande des Gesprächs: „Der Einsatz lohnt sich für die Unternehmen: Die Kosten für Produktionsausfälle aufgrund psychischen Belastungen betra- gen jährlich rund sechs Milliarden Euro. Damit führen sie zu einer Minderung der Bruttowertschöpfung um 10,5 Milliarden Euro.“

Psychische Störungen sind bei 42,7 Prozent der Beschäftigten die Ursache für Frühver- rentungen. 20 Prozent der Beschäftigten in Werkstätten haben eine psychische Behinderung – Tendenz steigend. Schon heute werden die Haushalte der Länder und Kommunen dadurch mit über einer Milliarde Euro pro Jahr für Eingliederungshilfe belastet. Lagosky sagte dazu: „Im Koalitionsvertrag besteht die Einigung, Schwerbe- hindertenvertretungen zu stärken. Es ist wichtig, dies noch dieses Jahr umzu-
setzen. Wir unterstützten die Forderung nach besserer Freistellung für die Vertrau- enspersonen in Betrieben mit mehr als 100 schwerbehinderten Beschäftigten. In Zeiten des Fachkräftemangels können Schwerbehindertenvertretungen effizient dazu beitra- gen, Ausfallzeiten zu verkürzen und erfahrene Mitarbeiter zu halten. Sie helfen damit den Unternehmen, enorme Kosten zu sparen.“


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