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Spinnereiparkplatz Wolfenbüttel: Abkürzung zum Schlossplatz bleibt



Spinnereiparkplatz: Abkürzung über Schulgelände zum Schlossplatz bleibt

Eine weitere Schule soll ein Tor am Durchgang bekommen.

von Anke Donner


Der Durchgang vom Spinnereiparkplatz zum Schloss soll dauerhaft passierbar sein.
Der Durchgang vom Spinnereiparkplatz zum Schloss soll dauerhaft passierbar sein. Foto: Anke Donner

Wolfenbüttel. Laut einer Ratsvorlage, die am 8. Juni im Ausschuss für das Schulwesen behandelt werden soll, wird der Durchgang vom Spinnerei Parkplatz zum Schlossplatz zukünftig dauerhaft passierbar sein.



Während der Bauarbeiten am Schlossplatz wurde der Durchgang testweise geöffnet, um Passanten den leichteren Zugang zur Innenstadt zu ermöglichen und eine höhere Auslastung des Parkplatzes zu erzielen. Nach eingehender Prüfung ist die Verwaltung nun zu dem Entschluss gekommen, den Durchgang dauerhaft für den Publikumsverkehr zu öffnen. Jedoch weiterhin mit zeitlichen Beschränkungen. Die Schulleitung stand der Öffnung kritisch gegenüber und äußerte Bedenken insbesondere auf die Gefahren zusätzlicher Verschmutzungen auf dem Grundstück und führte im Vergleich negative Erfahrungen an der Großen Schule an. Die Verwaltung habe nach einem Jahr Probebetrieb dagegen nur geringfügige Verschmutzungen feststellen können, die sich in einigen Punkten insbesondere auf kulturelle Veranstaltungen am Wochenende zurückführen ließen.

Weiter weist die Verwaltung auf den unbestreitbar hohen touristischen Nutzen hin, den eine Öffnung des Schlossgeländes sowohl für Einwohner der Stadt als auch für Touristen habe. Die direkte Verbindung zwischen Spinnereiparkplatz und Schlossplatz über das Schlossgelände biete nicht nur die Gelegenheit, die Innenstadt stärker anzubinden, sondern auch das historische Schloss sowie das Spiegelschloss in Stadtführungen einzubinden. Aus Sicht der Verwaltung wäre es daher weiterhin vorteilhaft, wenn Gäste - ob mit oder ohne Stadtführer - die Gelegenheit hätten, sich das Schloss auch von „hinten“ einmal anzusehen und außerhalb der Schulzeit über das Gelände zu laufen. Das „Spiegelschloss“ sei dabei ein durchaus beliebtes Fotomotiv.



Aufgrund der bislang überschaubaren, negativen Auswirkungen durch Verschmutzungen des Geländes am Wochenende, komme die Stadt in Abwägung aller Vor- und Nachteile sowie im Vergleich zur Situation an vergleichbaren Schulstandorten zur Empfehlung, die Durchquerbarkeit nach Ende der pandemiebedingten Schließung wochentags von 17 bis 20 Uhr, samstags von 9 bis 20 Uhr, sowie sonntags zwischen 9:30 und 20 Uhr zugänglich zu machen.


Schulhof Große Schule bekommt Tor


Gleichzeitig schlägt die Verwaltung vor, dass eine Zaun- und Toranlage zwischen dem Schulhof der Großen Schule und der Okerbrücke errichtet wird. Der Weg zwischen Brücke und „Im Rosenwinkel“ soll nicht betroffen sein. Dieses Tor soll abends ab 20 Uhr zu- und erst am
nächsten Morgen aufgeschlossen werden. Gleichzeitig sollen an beiden Seiten des Schulhofes Schilder aufgestellt werden, denen zu entnehmen sein soll, dass ein striktes Rauch- und Alkoholverbot auf dem Gelände besteht sowie das Passieren während der Schulzeiten wochentags von 7 bis 17 Uhr, sowie nachts ab 20 Uhr nicht erlaubt ist. Tagsüber am Wochenende wäre das Durchqueren und Verweilen auf dem Schulhof weiterhin erlaubt. Zwar wäre das Gelände dann immer noch von einer Seite, also vom Rosenwall aus, begehbar, aber durch Tor und Schilder würde das gewünschte Verbot möglichst deutlich vermittelt werden.

Grund für das Vorhaben, ein Tor anzubringen, sei der Umstand, dass es in der Vergangenheit immer wieder zu negativen Vorfällen gekommen sei, berichtet die Verwaltung. Der offene Charakter des Geländes habe positive und negative Seiten. Während tagsüber außerhalb der Schulzeiten eine sinnvolle Abkürzung für Passanten und Radfahrer bestehe und die Tischtennisplatten von Freizeitsportlern genutzt werden, würden insbesondere in den Sommermonaten abends und nachts schulfremde private Treffen stattfinden, durch die das Gelände regelmäßig und nachhaltig verschmutzt wird. So habe der Schulhausmeister des Öfteren und seit Jahren montagmorgens den Schulhof von leeren Flaschen und Scherben säubern müssen. Auch Nachbarn hätten sich schon mehrfach bei der Schule über die nächtliche Ruhestörung beklagt. Sogar auf den Dächern der Schule werde teilweise gefeiert. Während der Schulzeit ist der als öffentlicher Verbindungsweg wahrgenommene Gang über den Schulhof für die Schule misslich, da auch in Pausenzeiten täglich Personen mit Hunden, Fahrradfahrer oder rauchende Personen das Schulgelände überqueren würden. Dies stelle weder für die Schule noch für die Stadtverwaltung eine dauerhaft gute Situation dar, führt die Verwaltung weiter aus. Zwar wurden seit Jahren durch Sicherheitsdienste abends und nachts Revierkontrollen durchgeführt und im Einzelfall Platzverweise aufgrund der Verstöße gegen die Ruhezeiten oder das strikte Alkoholverbot auf dem Schulgelände ausgesprochen. Durch den aktuell nicht nachhaltig kontrollierbaren Charakter des Geländes haben diese Maßnahmen aber bislang nicht dauerhaft gefruchtet.


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